Angeklagter schickte seinem Cousin drastische Nachrichten

Schwalmstadt: Drohungen um Hausverkauf

Justizia hält eine Waage
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Wegen versuchter Nötigung musste sich ein 53-jähriger Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. (Symbolbild)

Wegen versuchter Nötigung musste sich ein 53-jähriger Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Ihm war bereits zuvor ein Strafbefehl über 90 Tagessätze à 15 Euro zugestellt worden, jedoch hatte er dagegen Einspruch eingelegt.

Treysa - Was war passiert? Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor über einen Zeitraum von mehreren Tagen seinem Cousin Text- und Sprachnachrichten mit Drohungen geschickt zu haben, damit der Cousin sein Haus an einen Bekannten des Angeklagten verkauft. So habe der Angeklagte geschrieben, er kenne viele große, starke Rumänen, die er losschicken wolle, solle der Cousin sich weiter weigern, das Haus für 50 000 Euro zu verkaufen. Außerdem drohte er damit, dass die Rumänen und auch er die Frau, die Mutter und auch die Kinder des Cousins vergewaltigen würden, wobei der 53-Jährige sich in seiner Wortwahl deutlich drastischer ausdrückte.

Richter belehrt Angeklagten

Ja, er habe die Nachrichten geschickt, gab der Angeklagte zu, jedoch nur, weil er so verärgert gewesen sei. Er habe einen Käufer für das Haus des Cousins gefunden und eigentlich seien sich der Cousin und der Käufer auch einig gewesen, berichtete er. Doch dann habe sein Verwandter den Termin beim Notar platzen lassen. Außerdem habe ihn sein Cousin bereits ein Jahr zuvor um knapp 50 000 Euro betrogen. Das Geld aus einem Grundstücksverkauf habe eigentlich ihm zugestanden, so der Angeklagte. „Er hat mir das Geld geklaut“, sagte er.

Der Richter wies ihn darauf hin, dass es in dem Prozess lediglich um die versuchte Nötigung gehe, nicht um andere Vorkommnisse. Mittlerweile herrsche zwischen den Parteien Ruhe, berichtete der Verteidiger.

Angeklagter zieht Einspruch zurück

Er regte eine Einstellung des Verfahrens an. „Dann gibt es keine Gewinner und Verlierer und keiner verliert sein Gesicht“, so der Jurist. Sowohl der Staatsanwalt als auch der Strafrichter waren dazu jedoch nicht bereit. „Die Drohungen waren allerübelste unterste Schublade“, so der Richter. Es könne ja sein, dass sich jemand spontan so äußerst, weil er sehr verärgert ist, doch auch dann müsse er auf seine Worte achten.

Hier jedoch seien die Nachrichten mehrere Tage hintereinander geschickt worden, um dem Cousin Angst zu machen. „Vielleicht muss ich auch die Taten einzeln gewichten, dann wird die Strafe eher höher“, sagte der Amtsrichter.

Nach einer kurzen Beratung zwischen dem Angeklagtem und dem Verteidiger zog der Angeklagte seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Mit der Zahlung von 1350 Euro ist das Verfahren erledigt.

Von Christiane Decker

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