Stadt muss weniger bezahlen

EAM lenkt bei Kosten für die Gasleitung in Neukirchen ein

Es wird gebaggert in der Ortsdurchfahrt von Riebelsdorf.
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Es wird gebaggert in der Ortsdurchfahrt von Riebelsdorf. Dort verlegt nun die EAM auf eigene Kosten eine Gasleitung.

Ein gutes Ende hat die Diskussion über den Bau einer Gasleitung in Riebelsdorf genommen. Die Stadt Neukirchen muss die Kosten für den Leitungsgraben nicht wie ursprünglich geplant übernehmen. Die EAM finanziert das Projekt alleine.

Neukirchen – Den Entschluss, dass die EAM das Projekt finanziere, erklärte Dr. Sebastian Breker, Leiter des Regionalzentrums Mitte, während der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag im Rathaus der Knüllstadt.

Nach Darstellung von Breker sind nach einer Erhebung 59 Haushalte an einem Gasanschluss interessiert. In der Folge habe man die Lage neu bewertet. Die EAM werde alle Kosten übernehmen, auch die für den Bau des Leitungsgrabens. Im Gegenzug würde allerdings der Zuschuss für den Gasanschluss in Höhe von 800 Euro wegfallen. Das Geld sei für die Finanzierung des Projekts nötig.

Nach Darstellung des EAM-Vertreters muss eine solche Investition wohlüberlegt sein, eine Gasleitung sei erst nach 45 Jahren, hier also 2065, abgeschrieben. Ob sie allerdings im nötigen Umfang genutzt werde, sei unsicher. Dennoch habe man sich entschlossen, die Kosten komplett zu übernehmen. Als 100-prozentiges kommunales Unternehmen sei man sich der regionalen Verantwortung bewusst.

Als positives Ende einer Entwicklung, die die Mandatsträger in den vergangenen Wochen beschäftigt hatte, wertet SPD-Sprecher Dietmar Schaub dies, „das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn der Zuschuss für den Anschluss wegfällt“. Die Investition werde sich schon tragen, denn Gas sei als Heizstoff für die Altbauten im Ortskern wichtig. Zudem könnte die Leitung auch für den Transport anderer Brennstoffe genutzt werden.

Auch CDU-Sprecher Martin Theune sprach von einer erfreulichen Lösung, zu der viele beigetragen hätten. Die Entscheidung zu vertagen sei richtig gewesen, sonst gäbe es entweder keine Gasleitung oder die Stadt hätte 150  000 Euro investieren müssen.

Rückblick: Im Zuge der Erneuerung der Bundesstraße 454 in Riebelsdorf und Rückershausen hatte die Stadt Neukirchen geplant, Leerrohre für die Glasfaserleitung für schnelles Internet und eine Gasleitung zu verlegen. Allerdings lehnten die Versorgungsunternehmen den Bau aus wirtschaftlichen Gründen ab. Um eine Breitbandversorgung der Stadtteile zu ermöglichen übernimmt Neukirchen die Kosten für die knapp drei Kilometer lange Kabelleerrohrtrasse in Höhe von knapp 74 000 Euro.

Auch die EAM Netz GmbH Borken winkte ab. Der Bau sei nicht wirtschaftlich. Doch schlug sie vor, dass Neukirchen die Kosten für den Leitungsgraben auf einer Länge von 1120 Metern in der Ziegenhainer und 270 Metern in der Jakobstraße übernimmt. Die Kosten wurden auf 150  000 Euro geschätzt. Nach langen Diskussionen und einer weiteren Prüfung übernimmt die EAM die Kosten für den Bau komplett. (Rainer Schmitt)

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