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Schlüsselübergabe fürs Frielendorfer Rathaus

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Von: Christine Thiery

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Amtswechsel in Frielendorf: Ab dem 21. Mai wird der gewählte Jens Nöll (rechts) Rathauschef in Frielendorf. Der scheidende Thorsten Vaupel übergibt den symbolischen Schlüssel.
Amtswechsel in Frielendorf: Ab dem 21. Mai wird der gewählte Jens Nöll (rechts) Rathauschef in Frielendorf. Der scheidende Thorsten Vaupel übergibt den symbolischen Schlüssel. © Christine Thiery

Es war ein Abschied mit viel Wehmut und ein Neubeginn voller Hoffnung. Frielendorfs neuer Bürgermeister Jens Nöll wurde am Montag in sein Amt eingeführt, das er am 21. Mai beginnt. Der noch amtierende Thorsten Vaupel schied aus. Er trat aus familiären Gründen nicht noch einmal zur zweiten Amtszeit an, wie berichtet.

Frielendorf. Die Veranstaltung während der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung war mit vielen geladenen Gästen und Einlagen der Ohespatzen und des Spielmannszuges gespickt. Der Saal im Hotel Hassia war voll und nur wenige trugen noch die Masken. Und so dauerte der Stabwechsel drei Stunden. Ein Grußwort reihte sich ans andere.

Parlamentsvorsteher Rudolf Matheis lobte den scheidenden Bürgermeister und hob seine Verdienste für die Haushaltskonsolidierung hervor, Frielendorf steht nach den sechs Jahren seiner Amtszeit gut da. Er begrüßte aber auch Jens Nöll, der über eine 29-Jährige Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügt und Frielendorf von der Pike auf kennt. Es sei außerhalb der Vorstellungskraft gewesen, dass Vaupel der Gemeinde nur eine Amtsperiode erhalten bleibt. Er hob das Engagement und die Leidenschaft hervor, mit der er das Amt bekleidet habe. Aber man könne seine Entscheidung, mehr Zeit für die Familie zu haben auch respektieren. Vaupel habe die Gemeinde zukunftssicher gemacht und unter seiner Regie habe es ein einvernehmliches Handeln in den Gremien gegeben. „Wir hätten alle gern gesehen, dass du weitermachst.“ Das bescheinigten auch die beiden Bürgermeister Nico Ritz, Homberg, und Jürgen Liebermann, Schwarzenborn. Zusammen mit Knüllwald arbeiten sie eng interkommunal zusammen und lobten die gute Arbeit auf Augenhöhe.

Glückwünsche aus den Fraktionen

Landrat Winfried Becker bedauerte Vaupels Schritt sehr. Dieser habe für Frielendorf das Beste gewollt, aber das Amt fordere viel Kraft und funktioniere nur mit Vollgas. Zudem müsse man Vaupels Entscheidung respektieren. Nöll wünschte er einen guten Start, was unter den aktuellen weltpolitischen Bedingungen nicht leicht sei. Von Holger Kraft (SPD) und Karsten Meiser (CDU) kamen Glückwünsche. Beide hoben die gute Situation der Gemeinde hervor, ebenso wie Matthias Dittschar (FWG). Er meinte Nöll könne die Leitung in einem guten wirtschaftlichen Zustand übernehmen.

Die Ohespatzen sangen für den scheidenden Bürgermeister Thorsten Vaupel das Steigerlied.
Die Ohespatzen sangen für den scheidenden Bürgermeister Thorsten Vaupel das Steigerlied. © Thiery, Christine

Vaupel betonte in seiner Abschiedsrede, dass er das Amt immer mit Leidenschaft betrieben habe, aber auch merkte, dass sein eigener Perfektionismus ihn vielleicht auch an Grenzen brachte. Er wolle immer alles ganz genau machen, darunter habe seine Familie gelitten, weil er keine Zeit mehr für sie hatte. Die Entscheidung des 52-Jährigen gegen eine weitere Amtszeit fiel im Frühjahr 2021. Eine Mischung aus schmerzvollem Abschied und Erleichterung lag in der Luft.

Nachfolger dankt Wählern

Voller Tatendrang zeigte sich Nöll. Er hatte bei der Wahl im September 75 Prozent der Stimmen als Alleinkandidat erreicht. Das sei Auftrag und Vertrauen zugleich sagte er in seiner Antrittsrede und er schickte einen Dank an seine Wähler.

Der 49-Jährige versteht sich als Dienstleister und habe vor, möglichst viele Amtsperioden zu absolvieren. Themen seien zunächst die Erhaltung der Infrastruktur, die Digitalisierung der Verwaltung, interkommunale Zusammenarbeit, Tourismus und die Energiewende. (Christine Thiery)

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