Ein Mann der besonderen Präsenz in Schwalmstadt

Uhrmachermeister Erhard Flöter baute ein Familienunternehmen auf

Ist gestorben: Uhrmachermeister Erhard Flöter.
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Ist gestorben: Uhrmachermeister Erhard Flöter.

Der Treysaer Uhrmachermeister Erhard Flöter ist nach langer Krankheit gestorben. In der Schwalm hat er seinen Namen über mehrere Jahrzehnte zu einem Begriff gemacht.

Treysa - Flöter, geboren 1933 im pommerschen Marienfelde, lebte nach der Flucht zunächst in Kapern bei Gorleben. Im Nachbarort absolvierte er eine Uhrmacherlehre, obwohl er eigentlich am liebsten Förster geworden wäre, so Tochter Cordula Flöter-Hainmüller. Nach der Ausbildung führten seine beruflichen Stationen ��ber Düsseldorf und Braunschweig nach Marburg.

1957 war das Jahr der Hochzeit mit Ehefrau Maria und der Eröffnung des ersten eigenen Ladens. Gegenüber des Treysaer Bahnhofs hatte die Fläche der kleinen Geschäftsgründung am dortigen Kiosk gerade einmal zwölf Quadratmeter. 1965 bezog das Unternehmen die heutige Adresse, Bahnhofstraße 13. Es waren die vormaligen Geschäftsräume des Kunstgewerbeladens Knauf. Flöters bauten sie mehrmals um, 2014 dann die Übergabe an die Tochter. Ehefrau Maria – das Ehepaar hatte drei Töchter – arbeitete stets nach Kräften im Geschäft mit. In der Zukunft schickt sich schon der Enkel an, die Nachfolge im Unternehmen anzutreten.

Insgesamt drei Enkel und zwei Urenkel bilden die jüngste Generation.

Neben viel Arbeit in seinem Betrieb engagierte sich Flöter seit 1975 im Lions Club. Die HGV (Handels- und Gewerbevereinigung) in Treysa baute er tatkräftig mit auf. Als Geschäftsmann ist er vielen in guter Erinnerung, im Onlinekondolenzbuch auf trauer.de lautet ein Eintrag: „Herr Flöter war ein sehr integerer und herzlicher Mensch. Seine ruhige und doch besondere Präsenz in Treysa hat mir immer imponiert.“

Privat waren ihm die jährlichen Wandertouren mit Freunden über eine ganze Woche sehr wichtig. Sie führten ihn zu Orten in ganz Deutschland, es sei so gut wie unmöglich gewesen, dem Vater von Plätzen zu erzählen, die er nicht schon kannte. Ein gutes Lokal zur Einkehr habe er mit seinen Begleitern auch immer gefunden.

Eine Krebserkrankung überschattete seine letzten beiden Lebensjahre schwer, Monate verbrachte er im Hospiz, berichtet Tochter Cordula. Ein Jahr lebte er zum Schluss pflegebedürftig im DRK-Heim Ziegenhain.

Erhard Flöter wurde 87 Jahre alt, am Montag nahm eine große Zahl von Trauergästen an einer Zeremonie vor der Totenkirche teil. Im Familienkreis wurde seine Urne bestattet.  Anne Quehl

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