Regisseur Raymond Ley stellte sich dem Publikum

Einblicke in das Leben Anne Franks

Zu Gast im Burgtheater: Der Regisseur. Foto: Decker

Treysa. Im Zug der Aktion „Schwalmstadt bleibt bunt“ war im Burgtheater der Film „Meine Tochter Anne Frank“ (2015) zu sehen. Gast an diesem Abend war Regisseur Raymond Ley, der mit seiner Frau Hannah Ley auch das Drehbuch geschrieben hat. Nach der Aufführung stellte er sich den Fragen der Besucher.

Ley berichtete über die Entstehung des Filmes. „Oh nein, Anne Frank kennt doch jedes Schulkind. Was soll ich da Neues entdecken“, sei seine erste Reaktion auf die Anfrage des Hessischen Rundfunks gewesen, einen Film über Anne Frank zu drehen.

Sein Interesse sei erwacht, als er erfahren habe, dass noch kein deutscher Regisseur einen Film über das weltberühmte jüdische Mädchen, das während der Nazizeit zwei Jahre versteckt in einem Amsterdamer Hinterhaus gelebt hatte, einen Film gedreht habe.

Gemeinsam mit seiner Frau habe er das Tagebuch der Anne Frank noch einmal gelesen. Danach seien beide fasziniert von ihren Beobachtungen gewesen. „Als wir bei einem Casting Mala Emde für die Rolle der Anne entdeckten, wusste wir, dass wir den Film drehen werden“, so Ley. Als Doku-Fiktion angelegt, wechseln sich Spielfilmszenen mit Interviews von Zeitzeugen ab und lassen so die kleine Welt der Anne in ihrem Versteck und die große Welt ihrer Träume und Hoffnungen erahnen.

„Oh nein, Anne Frank kennt doch jedes Schulkind.“

Raymond Ley

Otto Frank, der Vater Annes und einzige Überlebende der Untergetauchten, habe sich nach dem Krieg für die Veröffentlichung entschieden, da er erkannt habe, mit den Tagebucheinträgen nicht nur die intime Welt einer Jugendlichen zu veröffentlichen, sondern ein zeitgeschichtliches Dokument.

Raymond Ley, 1958 in Kassel geboren, studierte ab 1979 an der Hochschule für Bildende Kunst in Kassel. 1982 gründete er mit dem Kasseler Filmladen das Kasseler Dokumentar- und Videofilmfest. Für seine Filme erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Grimme-Preis und Deutschen Kamerapreis.

Von Christiane Decker

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