Dem dringlichen Thema Demenz war der Jahresempfang in Hephata gewidmet

Eine der großen Aufgaben

Besser verstehen durch die Darstellung der Clownin Aphrodite: Von links Peter Göbel-Braun, Maik Dietrich-Gibhardt, Ida Maria Paul, Referent Jürgen Kleebach und Klaus Dieter Horchem. Fotos: Rose

Treysa. Am Gründungstag der Hephata-Diakonie feiert das Diakoniezentrum stets seinen Jahresempfang: Am Freitag hießen die Direktoren Peter Göbel-Braun, Klaus Dieter Horchem und Maik Dietrich-Gibhardt 110 Gäste aus Politik, Wirtschaft, von Kirche, Diakonie und befreundeten Institutionen und Einrichtungen dazu in der Kirche willkommen.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand das Thema „Demenzen“, es referierte Jürgen Kleebach von der Psychiatrischen Institutsambulanz der Hephata-Klinik. Philip Schüz an der Trompete und Lisa Maria Beuthner am Klavier sorgten für die passende Musik.

Bei bereits heute 1,5 Millionen Erkrankten in Deutschland werde Demenz zunehmend zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema, unterstrich Dietrich-Gibhardt in seiner Begrüßung. Es gehe darum, nicht nur über Medizin und Pflege nachzudenken, sondern auch über das Menschenbild. „Dement“, das heiße übersetzt so viel wie „ohne Geist, ohne Verstand“. In erster Linie gehe es darum, dass die persönliche Würde des Menschen gewahrt bleibt.

Kleebach erläuterte die unterschiedlichen Formen der Demenz, wobei er die Alzheimer Demenz mit 60 Prozent als häufigste Ursache nannte. Unterformen würden etwa als Folge eines unbehandelten Bluthochdrucks auftreten oder als Folge von Traumata (Verletzungen) oder Tumoren.

Ihren Namen habe die Erkrankung vom gleichnamigen Forscher Alois Alzheimer, der 1907 die Symptome in einer Arbeit veröffentlichte. Gehe die Erkrankung zunächst mit Gedächtnis- und Orientierungsschwäche, Unruhe oder Persönlichkeitsveränderungen einher, steigere sich der weitere Verlauf in Symptomen wie Desorientiertheit, Personenverkennung oder Halluzinationen, „am Ende ist der Patient bettlägerig, verliert die Sprache, stumpft emotional ab“.

Es bestehe ein familiäres Risiko: „Ein Drittel aller Angehörigen haben einen Erstgrad-Angehörigen mit Demenz des Alzheimer-Typs.“ Die Symptome ließen sich mit so genannten Antidementiva behandeln: „Die Erkrankung selbst wird nicht behandelt. Patienten sterben im Schnitt, egal ob mit oder ohne Medikamente, nach 8,3 Jahren.“ Bei nichtmedikamentösen Therapien setze man auf kognitives Training, auf eine Umstrukturierung des häuslichen Umfeldes und die Angehörigenarbeit. „Denn die große Last trägt nicht der Demente, sondern der Angehörige“, so Kleebach. Vor allem Begleitsymptome wie Unruhe und die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus belaste die Pflegenden. Im Anschluss schlüpfte Ida Maria Paul in die Rolle der dementen Clownin Aphrodite: Die Gäste erlebten, wie die Clownin ihren Alltag im Pflegeheim lebt und gestaltet. Paul kehrte das innere Erleben eines Alzheimer-Patienten eindrucksvoll nach außen.

Bei Gesprächen im Kirchsaal klang der Empfang aus.

Von Sandra Rose

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