Renaturisierungsprojekt an der Ohe soll Ende des Monats abgeschlossen sein

Eine Insel für die Vernaer

Auf dem Biberdamm: von links Bürgermeister Birger Fey, Planer Michael Kamm und Hans-Dieter Wettlaufer vom Bauamt. Foto: Haaß

Verna. Natur- und Hochwasserschutz werden im Frielendorfer Ortsteil Verna bei einem Renaturierungsprojekt an der Ohe miteinander verbunden. „Wir geben der Natur wieder ein Stückchen zurück“, erklärte Frielendorfs Bürgermeister Birger Fey beim Ortstermin.

Die seit Oktober laufenden Baumaßnahmen befinden sich in den letzten Zügen. Ende Mai werden die Bauarbeiter die Baustelle verlassen und die Natur kann von dem zweieinhalb Hektar großen Areal Besitz ergreifen. Wesentliches Ziel der Renaturierung ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der Ohebachtalaue. „Dann wird aus den Biegewiesen gewissermaßen eine Insel geworden sein. Die Ohe-Insel“, sagt Birger Fey. Oberhalb eines alten Mühlenwehrs soll noch ein künstlicher Bachlauf ausgehoben werden, der dann die bereits angelegten Rückhaltebecken mit der Ohe verbindet. „Die beiden Becken sind durch einen sogenannten Biberdamm getrennt. Mithilfe des Biberdamms wird Treibgut aufgehalten und die Fließgeschwindigkeit verringert“, erklärt Michael Kamm vom zuständigen Planungsbüro. Der Ingenieur aus Borken legt Wert darauf, dass es sich bei den Becken nicht um Teiche handelt. Nur bei Hochwasser seien die Becken komplett mit Wasser gefüllt.

Hochwasserschutz

Neben der Renaturierung des Bachlaufs spielte bei den Planungen auch der Hochwasserschutz eine Rolle. „Der Hochwasserschutz ist gewissermaßen ein angenehmer Nebeneffekt. Wenn wir durch den Bau nur einen Zentimeter gewinnen, haben wir im Hochwasserfall schon viel erreicht“, sagt Hans-Dieter Wettlaufer vom Frielendorfer Bauamt.

Immer wieder wurde Verna in der Vergangenheit von Überschwemmungen heimgesucht. Die sonst so gemächlich dahin fließende Ohe verwandelte sich dann in einen reißenden Fluss, der Straßen überschwemmt und Keller volllaufen lässt. Zuletzt musste die Feuerwehr 2013 innerorts Sandsäcke entlang des Bachlaufs stapeln.

Dank der umfangreichen Erdarbeiten soll es nun anders werden, hoffen Planer und Gemeinde gleichermaßen. Bei künftigem Hochwasser hat die Ohe noch vor dem Vernaer Ortseingang Platz, um sich auszudehnen.

„Wir haben uns bei der Umsetzung an dem sogenannten ‘Hundertjährigen Hochwasser’ orientiert“, erklärt Wettlaufer und zeigt auf eine imaginäre Linie unterhalb des alten Mühlengrabens. „Die flachen Becken haben ein Fassungsvermögen von ungefähr 7500 Kubikmeter Wasser“, sagt Kamm. Zusätzlich sorgen seitlich Taschen entlang des ursprünglichen Bachverlaufs für Entlastung.

185 000 Euro Gesamtkosten

Bei der Umgestaltung zur Aue wurden über 6500 Kubikmeter Erde bewegt und überwiegend von örtlichen Landwirten abtransportiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 185 000 Euro. „Der Eigenanteil für Frielendorf beträgt knapp 35 000 Euro“, sagt Wettlaufer. Spätestens im Frühsommer können sich Interessierte ein Bild von der Ohebachtalaue machen. Bürgermeister Fey plant zum Abschluss Projekts einen Informationstag.

Von Matthias Haaß

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