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Schwalmstadt: Beratungsstelle warnt vor gefälschten Medikamenten

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Von: Sandra Rose

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Eingangsportal Hephata Treysa
Auch in der Schwalm könnten gefälschte Medikamente im Umlauf sein, darauf macht die Beratungsstelle der Hephata Diakonie aufmerksam. © Anne Quehl

Die Beratungsstelle Jugend, Drogen und Sucht der Hephata Diakonie in Schwalmstadt ist alarmiert: Gefälschte Medikamente mit synthetischen Opioiden könnten laut dem IFT (Institut für Therapieforschung) im Umlauf sein. Das erklärt Heike Eckert, die Leiterin der Beratungsstelle Hephatas in Schwalmstadt.

Schwalmstadt - Der Konsum dieser Medikamente wie beispielsweise Oxycodon oder Tilidin sei in der hiesigen Drogenszene und auf den Schulhöfen leider keine Seltenheit mehr. „Wir wissen, dass Konsumenten die verschreibungspflichtigen Medikamente illegal im Internet beziehen. Auch Fälschungen mit gefährlichen Misch-Intoxikationen werden dort verkauft, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können“, erklärt Eckert.

Die Warnmeldung des IFT betrachten die Mitarbeiter der Drogen- und Suchtberatungsstelle Hephatas deshalb mit Sorge. „Wir stellen immer wieder fest, dass gerade Oxycodon und Tillidin konsumiert werden und auch an Schulen verbreitet sind. Wenn hier Bestellungen aus dem Internet gehandelt werden, könnte es leicht zu Vorfällen kommen“, befürchtet die Expertin aus der Hephata Diakonie.

Heike Eckart, Drogenbeauftragte
Heike Eckart, Drogenhilfe © Hephata

Mit „Vorfällen“ meint Heike Eckert die drei bis dato bundesweit bekannten Todesfälle in diesem Zusammenhang: Laut dem IFT sind in Deutschland bislang mindestens drei Menschen an gefährlichen Misch-Intoxikationen mit synthetischen Opioiden gestorben. Dabei handelt es sich beispielsweise um Benzodiazepine sowie Etonitazepyne. „Diese Wirkstoffe wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem und werden in der Medizin unter anderem zur Linderung von starken Schmerzen angewandt – beispielsweise bei Krebspatienten oder nach einer OP“, erklärt Eckert.

Der Kauf dieser Medikamente über das Internet sei ein verbreiteter Weg, auf dem insbesondere Jugendliche mittlerweile an Drogen kommen, sagt die Expertin. Und das mache die Situation so gefährlich: „Sie wissen gar nicht, was sie dort konsumieren, auch wenn kostenlose

Proben von den Verkäufern beispielsweise mitgeschickt werden“, sagt Eckert. Im November 2021 wurde beispielsweise eine gefälschte Percocet-Tablette (Oxycodon und Paracetamol) einer Bestellung von Benzodiazepinen beigelegt, die über das Darknet als Gratisprobe versendet wurde.

„Durch unsere Arbeit wissen wir, dass vermehrt mit Oxycodon und Tilidin an Schulen gehandelt wird. Dabei ist das Problem kein regionales. Ich tausche mich mit meinen Kollegen aus anderen Landkreisen aus. Sie schildern mir ähnliches“, sagt sie. Generell sei der Konsum bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen zwei Jahren mit Sorge zu betrachten: Gerade Kinder und Jugendliche hätten unter den pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen gelitten. Vereinsamung führe zu einer höheren Anfälligkeit für Alkohol- und Drogenmissbrauch.

„Gerade diese Warnmeldung zeigt nochmals, wie hoch gefährlich der Konsum ist und wie einfach Jugendliche an diese Drogen kommen können. Keiner weiß, was sie letztlich enthalten und welche Wirkung sie haben“, sagt Heike Eckert.  sro

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