"Die Einsicht sollte wachsen"

Kommentar zum offenen Brief wegen Flüchtlingsunterkunft

Sorgen sich die Unterzeichner des offenen Briefes wirklich um die Lebensbedingungen von Flüchtlingen oder schieben sie das bloß vor, um die Fremden auf Abstand zu halten? Letzteres scheint viel stichhaltiger. Ein Kommentar von Anne Quehl.

Anne Quehl

Die Gründe liegen auf der Hand. Die Menschen haben Angst. Angst vor dem Wertverlust ihrer Immobilie durch fremde Nachbarn. Angst durch Vorurteile und Halbwissen. Angst vor Unannehmlichkeiten durch fremde Kulturen.

Wenn Flüchtlinge in die Festungsapotheke einziehen, wird man sich deshalb nicht nur um sie, sondern auch um die alarmierten Anwohner kümmern müssen. Einsicht und Vertrauen werden sich nicht automatisch einstellen. Information ist dabei der Schlüssel.

Allerdings sollte man schon wissen, dass das internationale Flüchtlingsdrama alle angeht. Es ist redlich, sich Sorgen zu machen, aber unredlich, Heimatlosen die Tür zu weisen. Für die Unterbringung einiger von ihnen in Ziegenhain sprechen Fakten. Im Städtchen finden die Menschen noch, was sie benötigen. Das Boot ist wirklich nicht voll.

Mail an die Autorin: aqu@hna.de

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