Feierlich: Die Hephata-Kantorei hatte am Samstag zum Konzert eingeladen

Einstimmung auf das Fest  

Festliche Adventsmusik erfüllte die Stadtkirche in Treysa: Die Hephata-Kantorei gestaltete am Samstagabend ein Konzert, vorne die beiden Bläser Philipp Gatzke und Amelie Gatzke. Fotos:  Decker

TREYSA. Mit der Adventskantate „Wie soll ich dich empfangen“ von Dietrich Buxtehunde empfing die Hephata-Kantorei ihr Publikum am Vorabend des 2. Advents in der Stadtkirche. Fritz-Jochen Falk-Rolke intonierte das Stück gefühlvoll an der Pultorgel, während Anna Palupski mit ihrem hellen Sopran kontrastreich zu den tief gestrichenen Tönen des Kontrabasses ihr Solo sang. Hephata-Kantorin Dorothea Grebe dirigierte den Chor und das Orchester souverän mit exakten Gesten durch das „Festliche Adventskonzert“.

Bei den beiden Adventsmotetten „Ex Sion species“ und „Probe est Dominus“ füllten die Sänger die große Kirche mit ihren Stimmen gut aus. Die meditativen lateinischen Gesänge von Josef Gabriel Rheinberger ließen Assoziationen an große Ordenskirchen aufblitzen, in denen Mönche oder Nonnen sich ganz dem Gesang hingaben. Den romantischen und leicht dissonanten Stücken lauschten viele genießerisch mit geschlossenen Augen. Etwas weniger Licht im Zuhörerraum hätte dieser Stimmung gut getan. Dass das Publikum an dieser Stelle nicht applaudierte, war der besonderen Atmosphäre geschuldet. Hier passte nur die folgende Stille.

Mit dem „Concerto grosso“ in g-Moll ging die Stimmung wieder in Richtung fröhlicher Weihnachtszeit. Die beiden schwungvoll von Inga Klöpfel und Barbara Volgmann gespielten Flöten ließen an liebliche Engel denken, wobei die schnellen Streicherpassagen ihnen die Flügel verliehen. Die verzückte Körpersprache der Solisten unterstrichen das Bild.

Der Höhepunkt des Abends war die gut halbstündige barocke Weihnachtskantate von Arnold Melchior Brunckhorst für vierstimmigen Chor, Solisten und Instrumentalisten. Florian Brauer, Tenor, führte als Rezitator durch die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium. Die bekannten Worte waren ein Vorgeschmack auf den Weihnachtsgottesdienst. Die festliche Musik kombinierte Solopartien und volltönende Chorpassagen. Isabell Großmann sorgte sich mit ihrem warmen Alt in ihrer Arie „Mein Jesu, ist denn kaum für dich im Stalle Raum“ um das neugeborene Kind, und Thomas Wiegand, Bass, führte den Chor gekonnt bei seiner Arie „Fürchtet euch nicht“. Das „Ensemble accompagnato Kassel“ untermalte die Singstimmen gefühlvoll mit ihren professionell gespielten Instrumenten. Mit „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, endete das Konzert.

Das Publikum bedankte sich mit herzlichem Applaus. Die Zugabe „Nun zeiget der Himmel die schönsten Gebärden“ rundete das Konzert prächtig ab.

Von Christiane Decker

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