Paul trifft den richtigen Ton

Elfjähriger aus Treysa ist vermutlich Hessens jüngster Stadionsprecher

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Sein Platz ist in der Sprecherkabine des Herbert-Battenfeld-Stadions: Paul Eisenach informiert die Zuschauer in Ziegenhain regelmäßig über den Spielverlauf.

Schwalmstadt. Paul Eisenach gibt dem Schwalmstädter Fußball eine Stimme. Wenn der elfjährige am Mikrofon in der Sprecherkabine im Ziegenhainer Herbert-Battenfeld-Stadion sitzt, klingt er dabei längst wie ein alter Hase – dabei ist er vermutlich der jüngste Stadionsprecher Hessens.

Paul ist, wie sollte es anders sein, selbst begeisterter Fußballer. Er ist Torwart in der D-Jugend. Dass er es unlängst zum Stadionsprecher gebracht hat, liegt an einem weiteren Talent: „Paul redet einfach gern“, fassen es seine Eltern Katharina und Frank Eisenach aus Treysa ganz pragmatisch zusammen. Als vor einiger Zeit tatsächlich ein Sprecher fehlte, gab der stellvertretende Vorsitzende des 1. FC Schwalmstadt Thomas Flach dem Nachwuchs grünes Licht. Und Paul begrüßte erstmals die Gäste beim Spiel der dritten Herrenmannschaft.

Aufstellung kurz vor Anpfiff

Auf die Premiere hatte sich der Elfjährige gründlich vorbereitet, sich zuvor seinen Text zusammengestellt. Jedoch ist am Mikrofon noch jede Menge Improvisation und Spontaneität gefragt, berichtet Paul: „Die Aufstellung der Mannschaften erhalte ich erst etwa 20 Minuten vor Anpfiff.“ Zuvor begrüßt der Elfjährige Zuschauer und Gäste, im Verlauf gibt er Tore, den Spielstand durch. Dabei spickt Paul die 90 Minuten mit reichlich Wissen: „Ich informiere auch über aktuelle Ergebnisse der Jugendmannschaften und kündige weitere Spieltermine an“, erklärt der Schüler des Schwalmgymnasiums.

Scheu vor dem Mikro und den Menschen spürt Paul nicht. Respekt sprechen ihm dafür nicht nur seine Eltern aus, auch unter den Zuschauern hat Paul schon viele Fans. „Im Durchschnitt schauen bei den Spielen der Ersten und Zweiten Mannschaft 60 bis 70 Leute zu, aber es können auch 220 sein. Die meisten freuen sich einfach über Pauls frische Art“, sagt Frank Eisenach.

Tipps für den richtigen Ton hat sich Paul von den langjährigen Sprechern Florian Kriesner, Willi Nickel und Helmut Hille geholt. Die springen jetzt immer dann ein, wenn Paul nicht kann. „Ein guter Trainer ist auch Opa Erhard“, berichtet Paul. Langsam und deutlich zu sprechen, übe er mit ihm regelmäßig. In der Saison bestimmt der Fußball nun das Familienleben. Neben den Spielen der D-Jugend wechselt Paul immer sonntags die Seiten – und genießt in der Sprecherkabine das Privileg des bestens Platzes.

Fan von Borussia Dortmund

Der Gymnasiast hat große Vorbilder: Fan ist er von Borussia Dortmund und dem Fußballkommentator Wolff-Christoph Fuss, der Bundesligaspiele, Spiele um den DFB-Pokal und die Champions League kommentiert. „Der macht das einfach cool und locker“, sagt Paul. Ein bisschen traurig ist der Elfjährige, dass die Saison jetzt erst mal in die Winterpause geht. In dieser Zeit will er sich seinem zweiten großen Hobby, dem Schlagzeugspielen, widmen – um im März dann wieder voll motiviert am Mikro zu stehen.

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