Ohne Schlafbereich werden Kita-Öffnungszeiten gekürzt

Eltern fordern Ruheraum

Mittagsschlaf im Differenzierungsraum der Kita Klingelbach: So sehen die Ruhegelegenheiten der Kleinen derzeit aus.
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Mittagsschlaf im Differenzierungsraum der Kita Klingelbach: So sehen die Ruhegelegenheiten der Kleinen derzeit aus.

An die kommende Stadtverordnetenversammlung haben die Eltern des Kindergartens Klingelbach Neukirchen eine sehr konkrete Erwartung: Sie möchten endlich grünes Licht für den Anbau eines Schlafraumes, so, wie es das Stadtparlament bereits im Mai 2019 beschlossen, dann aber voriges Jahr wieder zurückgenommen habe.

Neukirchen - Elternvertreter erinnern in einer Presseinformation daran, dass die Betriebserlaubnis für die erweiterten Öffnungszeiten bis 14. 30 Uhr zum 31. Juli ausläuft. Sollte kein Anbau geschaffen werden, werde ab dem neuen Kitajahr nur noch eine Öffnungszeit von maximal sechs Stunden angeboten werden können.

Dabei, so Bürgermeister Marian Knauff im Gespräch mit dieser Zeitung, sehe es für das Ansinnen gut aus. Er habe in den Haushaltsberatungen einen Ansatz von 150 000 Euro für den Anbau eingebracht, nachdem die Fachaufsicht des Landkreises eine solche Empfehlung klar ausgesprochen habe. Knauff beurteilt es optimistisch, dass der Sperrvermerk übermorgen beseitigt wird und mit den Planungen begonnen werden kann.

Marian Knauff, Bürgermeister Neukirchen

Für die Elternschaft des Klingelbachs sind die Argumente klar und deutlich: „Es geht um gleiche Voraussetzungen für alle Kinder in Neukirchen. Die erweiterten Öffnungszeiten müssen beibehalten und ausgebaut werden.“ Würden die Zeiten in der kleineren der beiden Kitas in der Kernstadt verkürzt, kämen Eltern in Betreuungsnot. Und: „Den Kindern muss ein adäquater Schlafraum zur Verfügung gestellt werden, indem sie zur Ruhe kommen können. Derzeit wird dafür ein Differenzierungsraum zweckentfremdet und steht somit den anderen Kindern nicht zur Verfügung.“ Zugleich unterstreichen die Eltern, dass die Kita Klingelbach langfristig erhalten bleiben sollte, „dazu gehören zeitgemäße Betreuungsangebote“. Kindern und Eltern sei ihre Einrichtung im Wohngebiet ausgesprochen lieb und wert, denn sie sei „familiär und übersichtlich mit ansprechendem Außengelände“ und habe auch ein „tolles Team von Erzieherinnen“.

Auch Bürgermeister Knauff ist der Ansicht, dass das Betreuungsangebot überall gleichgehalten sein sollte. Die Bedarfsberechnung sehe in der ganzen Stadt 15 Gruppen vor (Villa Kunterbunt sieben, Riebelsdorf sechs, Klingelbach zwei). Er rechnet zudem weiter damit, dass viele Kinder viel früher als einst angemeldet werden. Knauff: „Es geht um die Attraktivität für Familien und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Schon heute seien rund 45 Prozent der Kinder für erweiterte Öffnungszeiten angemeldet, „Tendenz steigend“. Und auch für den Erhalt des Klingelbach-Kindergartens sieht der Verwaltungschef gute Vorzeichen.

Von Anne Quehl

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