Diskussion um geplanten Bike-Park

Neukirchen: Erdhaufen sorgen für Ärger

Erdhügel mit Warnschild in Neukirchen.
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Bikepark Neukirchen: Ein Schild warnt vor den Gefahren, die von den Erdhügeln ausgehen, die in der Nähe der Knüllkampfbahn abgelagert wurden. Sie sollen als Baustoff für einen Bikepark dienen.

Erdhaufen am Rande der Knüllkampfbahn sorgten für Unmut der Stadtverordneten von Neukirchen. Sie wollten wissen, was es mit der Erde auf sich habe und ob es mit einem Bikepark zusammenhänge. Weiter warfen sie Bürgermeister Klemens Olbrich vor, Tatsachen zu schaffen, ohne Konzept, Unterrichtung und Beschluss des Parlaments.

Neukirchen - Die Erde, feinsäuberlich in der Verlängerung der Knüllkampfbahn aufgeschüttet, wurde im August angeliefert. Es handele sich um Bauaushub aus einem Neukirchener Baugebiet, so Bauamtsleiter Michael Slabon

Der Bikepark

Völlig überrascht können die Mandatsträger vom geplanten Bikepark an der Knüllkampfbahn nicht gewesen sein. Denn schon im Mai vergangenen Jahres hatte sich der Magistrat damit befasst. Damals hieß es, Jugendliche wollten in Eigenarbeit einen geeigneten Platz gestalten und eventuell einen Verein gründen. Auch habe es eine Besprechung mit Mandatsträgern, Anliegern und Magistratsmitgliedern gegeben. Und am 4. August habe sich der Magistrat das Gelände abermals angeschaut, erklärte der Bürgermeister den Parlamentariern.

Der SC Neukirchen

Hier kommt der SC Neukirchen ins Spiel. Nach Angaben des Vorsitzenden Bernd Knauff hat der SCN die Knüllkampfbahn als Sportplatz aufgegeben. Der neue Nutzungsvertrag über die Sportanlagen am Steinwaldstadion sei am 5. August unterzeichnet worden. Schon während der Verhandlungen habe ihm eine Gruppe Jugendlicher um Katrin Damm ihren Plan für einen Bikepark vorgestellt. Um das Projekt umzusetzen sei es zum einen nötig, dass der SCN eine Unterabteilung Radsport gründet und die Jugendlichen Vereinsmitglieder werden. Inzwischen sei die Abteilung gegründet. Was fehlt ist, eine Vereinbarung mit der Stadt.

Die Jugendlichen

Die Idee für den Bikepark kam über ihren 16-jährigen Sohn, sagt Katrin Damm. Er habe sich darüber beklagt, dass es in Neukirchen kaum Möglichkeiten zum Radfahren gebe. Als sie hörten, dass der SCN die Knüllkampfbahn aufgibt, habe sie sich mit den Freunden ihres Sohnes daran gemacht, ein Konzept für den Bikepark zu schreiben. Inzwischen sei auch mit dem SCN geklärt, dass die Radsportler eine Untergruppe des Sportclubs werden. Sie müsse nur noch die Beitrittserklärungen abgeben. Doch nun habe der Magistrat an der Strecke einen Baustopp verfügt. Wie es weiter geht, wisse sie nicht. Doch setze sie darauf, dass der Einsatz der Jugendlichen und der Firmen die das Projekt unterstützten, nicht vergeblich war. Denn das wäre, besonders für das Engagement der Jugendlichen, ein schwerer Rückschlag.

Der Erste Beigeordnete

„Die Kritik aus dem Parlament ist berechtigt“, sagt der Erste Beigeordnete Gerd Höfer (SPD). Vermutlich sei den Jugendlichen signalisiert worden, dass ein Bikeplatz hinter der Knüllkampfbahn entstehen könnte. Doch vor Beginn der Arbeiten hätte es einen Vertrag mit dem SCN und der Stadt über das Grundstück, die Nutzung und die rechtliche Absicherung geben müssen. All dies liege nicht vor, sodass ein Baustopp verfügt worden sei. Sobald alle rechtlichen und konzeptuelle Fragen geklärt seien, müsse das Parlament entscheiden.

Der Bürgermeister

Im Wesentlichen stimmt Bürgermeister Klemens Olbrich dem zu. Der Magistrat habe sich schon einmal damit befasst, doch aufgrund der Coronapandemie sei die Sache in den Hintergrund gerückt, und so sei es bisher zu keiner Entscheidung gekommen. Trotz aller Kritik der Mandatsträger, die „jungen Leuten hätten die Erde, ohne zu fragen dorthin gekippt“, sollte man „die Bälle flach halten“. Es gelte nun, mit dem SC Neukirchen einen Pachtvertrag zu schließen sowie alle weiteren Rechtsfragen zu klären. Denn seiner Meinung nach sei der Bikepark für die Jugend von Neukirchen schon wichtig. Im nächsten Schritt würden nun während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Mandatsträger über Stand der Überlegungen und Planungen unterrichtet.

Die Mandatsträger

Hauptkritikpunkt von Ulli Zulauf (Freie Wähler) ist, dass für den Bikepark keine Beschlüsse vorlägen. Er sieht die Gefahr, dass damit das Engagement der Jugendlichen enttäuscht und möglicherweise zerstört wird. Er fordert eine Diskussion über die Nutzung des kompletten Grundstücks. Denn nicht nur die Jugendlichen hätten Interesse dort etwas aufzubauen, auch der Gastronom des Hungrigen Wolfes habe ein Auge auf das Grundstück geworfen. Kritik übte auch Wiebke Knell (FDP). Alle Gremien seien übergangen worden, niemand hätte darüber beraten. Vielmehr seien Tatsachen geschaffen worden. Das sei so nicht in Ordnung. Auch Holger Arndt (Grüne) kritisierte, dass die Stadtverordneten nicht informiert wurden. Es sei nicht das erste Mal, dass das geschehen sei.

Von Rainer Schmitt

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