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100 Jahre Ehrenmal Röllshausen – Gedenkfeier im Mai

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Von: Matthias Haaß

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Über 100 Jahre alt: Das Ehrenmal in Röllshausen wurde 1921 eingeweiht. Am 7. Mai möchte das Dorf an die Errichtung der Anlage erinnern.
Über 100 Jahre alt: Das Ehrenmal in Röllshausen wurde 1921 eingeweiht. Am 7. Mai möchte das Dorf an die Errichtung der Anlage erinnern. © Matthias Haaß

Das Ehrenmal in Röllshausen wird in diesem Jahr über 100 Jahre alt. Die Pflege der Anlage liegt in den Händen der Schwälmer Trachtengruppe.

Röllshausen. Ehrenmale mit Gedenktafeln für die Gefallenen der Weltkriege sind ein Stück Zeitgeschichte. Es gibt wohl nur noch wenige, die einen direkten Bezug zu den oft steingewordenen Mahnstätten haben. Trotzdem nehmen diese Denkmale in unseren Gemeinden auch 104 beziehungsweise 77 Jahre nach Kriegsende einen Platz in der Erinnerungskultur insbesondere der Dörfer ein. Mindestens einmal im Jahr wird am Volkstrauertag den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Die Pflege der Anlagen liegt vielerorts in den Händen der Dorfgemeinschaft – auch das ein Indiz, dass sich die Menschen bewusst sind, dass diese Orte des stillen Gedenkens nach wie vor wichtig sind.

Die Röllshäuser wollen in diesem Frühling an die Einweihung ihres Ehrenmals vor 101 Jahren erinnern. Es gebe auch schon ein Datum, sagt Ortsvorsteher Bernd Helmbold: „Die Gedenkfeier ist für Samstag, 7. Mai, geplant.“

Eigentlich habe man ja bereits im vergangenen Jahr feiern wollen, aber die Coronapandemie habe dem Dorf einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt der Ortsvorsteher.

Denkmal wurde saniert

Schade, denn pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum erstrahlte das am 7. August 1912 eingeweihte Denkmal in neuem Glanz. Im Herbst 2020 hatte der Steinmetzbetrieb Ritter aus Neukirchen die verwitterten Namenstafeln mit den Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der großen Stele im vorderen Bereich der kleinen Anlage saniert, unsere Zeitung berichtete.

Ortsvorsteher Bernd Helmbold vor der zentralen Stele des Denkmals. Die Namenstafeln wurden 2020 saniert.
Ortsvorsteher Bernd Helmbold vor der zentralen Stele des Denkmals. Die Namenstafeln wurden 2020 saniert. © Haaß, Matthias

Im hinteren Bereich befinden sich in einer bogenförmigen Mauer zum Friedhof hin die Tafeln mit den Namen der Gefallen des Zweiten Weltkriegs. Starben im Ersten Weltkrieg 34 Röllshäuser, so waren es im Zweiten Weltkrieg sogar 96. Ein großer Blutzoll für das kleine Dorf in der Schwalm.

Dass nun – 100 Jahre später – wieder deutsche Soldaten in Kriegseinsätze gehen könnten beziehungsweise in gefährlichen Auslandseinsätzen aktuell Dienst tun, hätten wohl nach dem Zweiten Weltkrieg die wenigsten für möglich gehalten. Wie man zukünftig mit Gefallenen und deren Gedenken umgehen werde, könne er nicht sagen, so Helmbold: „Darüber hat sich wohl noch niemand Gedanken gemacht.“ Damit steht Röllshausen aber sicherlich nicht alleine da.

Jubiläumsfeier mit Bundeswehr

Die Pflege des Ehrenmals, früher sprach man noch vom Kriegerdenkmal, liegt in den Händen der Schwälmer Trachtengruppe. Die Mitglieder halten das Denkmal und den Platz sauber und sorgen für jahreszeitliche Bepflanzung, kümmern sich um die Blumen.

Jeder sei mal mit dem Gießen der Pflanzen dran, sagt Bernd Helmbold. Ein einfaches System sorgt dabei für Klarheit. „Wer am Sonntagabend die Gießkanne auf der Treppe stehen hat, ist dran“, sagt der Ortsvorsteher mit einem Schmunzeln. Für die Jubiläumsfeier haben sich die Röllshäuser etwas Besonderes ausgedacht. Wie vor 101 Jahren werden Vereine und Bewohner gemeinsam zum Ehrenmal ziehen. Auch eine Abordnung der Bundeswehr sei eingeladen, so Bernd Helmbold. Im Anschluss an den formellen Teil möchte das Dorf vor dem Dorfgemeinschaftshaus den Tag der Vereine feiern. Gäste sind herzlich eingeladen. (Matthias Haaß)

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