Leitung für Flüchtlingseinrichtung soll aus dem Knüll kommen

Erstaufnahme: Sorge um die Wasserreserven

Schwarzenborn. Um die an der ehemaligen Reha-Klinik im Urbachtal in Neukirchen geplante Flüchtlings-Erstaufnahme keimt neuer Ärger.

Die Schwarzenbörner sorgen sich um ihre Wasserreserven: Die Bundeswehr soll vom Knüll aus über den Neukirchener Stadtteil Hauptschwenda Schwarzenbörner Wasser für die künftige Flüchtlingseinrichtung nach Neukirchen liefern.

„Wir sehen unsere Wasserversorgung gefährdet, wenn plötzlich bis zu einem Drittel Menschen mehr aus unserem Grundwassersee versorgt werden sollen“, zeigt sich Bürgermeister Jürgen Kaufmann alarmiert. Denn aus dem Schwarzenbörner Grundwasserreservoir speist sich auch der Tiefbrunnen der Bundeswehr, die über ein getrenntes System zum einen ihre Liegenschaften im Knüll beliefert, zum anderen auch den Neukirchener Stadtteil.

Befürchtungen wegen begrenzter Wasserkapazitäten für die Kernstadt und einiger Stadtteile hatten auch die Neukirchener gehegt, sagt Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich. Deshalb sei man zu dieser Lösung gekommen und sei mit der Bundeswehr im Gespräch. Die steht dieser Möglichkeit grundsätzlich positiv gegenüber, bestätigt Jörg Töpper, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums. Modalitäten seien aber noch nicht bekannt, auch habe man noch nicht geprüft, welche Auswirkungen der erhöhte Wasserbedarf haben könnte. Circa 5000 Kubikmeter Wasser im Jahr liefere die Bundeswehr für die Hauptschwendaer, so Bürgermeister Olbrich. Für die Erstaufnahme gehen Berechnungen von einem Bedarf von 40 bis 80 Kubikmetern täglich aus.

Aus Wiesbaden heißt es derweil dazu, dass offene Fragen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt, aber Gegenstand der Gespräche zwischen allen Beteiligten seien. Laut Finanzministerium soll übergangsweise die Wasserversorgung durch Tankwagen sichergestellt werden.

Lesen Sie dazu auch:

Neue Erstaufnahme: Erwartungen klafften auseinander

- Flüchtlingsaufnahme Urbachtal: Vize-Regierungspräsident unter Druck

Erstaufnahme in Neukirchen: Bürgermeister kritisiert Informationspolitik

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.