Coronakrise erreicht weitere Einrichtungen

Erste Covid-Fälle in Hephata Diakonie Treysa

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Mitarbeiter sind in Pendelquarantäne: Sie wechseln ausschließlich zwischen der Wohngruppe der erkrankten Bewohnerin und ihrer Privatwohnung. 

Erste Covid-19-Infektionsfälle hat das Hessische Diakoniezentrum Hephata am Nachmittag des Gründonnerstag gemeldet. Demnach sind insgesamt vier Mitarbeitende und eine Klientin aus Hephata-Einrichtungen in Schwalmstadt bestätigt an Covid-19 erkrankt.

In  einer Pressemitteilung heißt es, dass eine Frau nach kurzzeitigem Krankenhausaufenthalt wieder in ihrer Wohngruppe versorgt werde.   Eine Mitarbeiterin des Ambulanten Pflegedienstes sowie eine Kollegin als Kontaktperson sind nach nach positivem Testergebnis in häuslicher Quarantäne.

Bewohnerin zurück aus der Klinik

Die erkrankte Klientin lebt in einer Wohngruppe in Schwalmstadt. Nachdem bei ihr zunächst milde Symptome aufgetreten waren, sei sie am Mittwoch wegen stärkerer Beschwerden kurzzeitig ins Krankenhaus verlegt worden, berichtet Dr. Johannes Loewenstein, leitender Arzt im Zentralbereich Gesundheit und Therapie. Weil es ihr dann wieder besser ging, kam sie am Abend zurück in ihre Wohngruppe, wo sie nun weiter versorgt wird, teilt Hephata mit.

Sechs Menschen mit Symptomen

Insgesamt vier Mitarbeitende und zwei Klienten aus dem Umfeld der erkrankten Bewohnerin zeigten unspezifische Symptome und werden getestet. Die betroffenen Mitarbeitenden befinden sich in häuslicher Isolation. Die Dienste in der Wohngruppe können trotzdem weiterhin sichergestellt werden, so Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. Für die Wohngruppe der Erkrankten sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eine so genannte Pendel-Quarantäne eingerichtet worden: Die Bewohner verlassen nicht das Haus, die Mitarbeitenden pendeln zwischen ihrem Dienst in der Wohngruppe und ihrer privaten Wohnung, dürfen beide Orte aber nicht verlassen und beispielsweise keine Einkäufe oder Ähnliches erledigen.

Die Angaben beziehen auf den Stand von Gründonnerstag, 10 Uhr.

Das Diakoniezentrum teilt weiter mit, dass als Schutz vor einer Ausbreitung des Virus‘ in der Wohngruppe die Mitarbeitenden im Dienst zertifizierte Schutzmasken nach FFP3-Standard und Schutzkittel tragen.

Ebenfalls eine Pendel-Quarantäne sowie das Tragen von Schutzmasken eingerichtet hat Hephata für eine weitere Wohngruppe in Schwalmstadt. Hintergrund ist dort die bestätigte Covid-19-Erkrankung einer Mitarbeiterin, deren Krankheitsverlauf mild sei und die sich bereits seit fast zwei Wochen in häuslicher Quarantäne befinde. Keine weiteren Schutzmaßnahmen einzuleiten waren bei einer weiteren Mitarbeitenden-Erkrankung, die bislang ebenfalls mild verläuft. Die Person war schon längere Zeit nicht im Dienst gewesen als Symptome auftraten und dann schließlich das positive Testergebnis vorlag, so die Mitteilung. 

Nach überstandener Quarantäne Inzwischen vollständig genesen und wieder zurück im Dienst ist die Mitte März an Covid-19 erkrankte Mitarbeiterin aus dem Kinder- und Jugendbereich der Hephata-Behindertenhilfe. Weitere Ansteckungen gibt es dort nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Der vierte Covid-19-Fall innerhalb der Mitarbeitenden in Einrichtungen der Hephata Diakonie betrifft den Ambulanten Pflegedienst der Hephata-Tochtergesellschaft hsde (Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH). Dort hat eine Mitarbeiterin am vorigen Freitag nach dem Auftreten von Symptomen einen Corona-Test machen lassen, Anfang dieser Woche kam der positive Befund. „Aufgrund unserer strengen Vorsichtsmaßnahmen, wonach alle Mitarbeitende Kontaktbücher führen, konnten wir die Kontakte gut rückverfolgen“, berichtet hsde-Geschäftsführer Hermann-Josef Nelles. Alle Kundinnen und Kunden seien in Absprache mit dem Gesundheitsamt informiert worden. Grundsätzlich sei im Ambulanten Pflegedienst der hsde schon vor Bekanntwerden dieses ersten Infektionsfalles ausschließlich mit Mund-Nasen-Schutz gearbeitet worden. Bei der Versorgung der Kundinnen und Kunden, die mit der erkrankten Kollegin Kontakt hatten, würden jetzt zudem unter anderem auch Schutzkittel getragen. Außerdem kämen dort höherwertige Schutzmasken nach FFP2-Standard zum Einsatz. „Noch haben wir davon geringe Vorräte, die allerdings aufgrund der Knappheit leider nicht generell und überall eingesetzt werden können“, so Nelles.

In der Mitarbeiterschaft habe es nur eine Kontaktperson gegeben, die vorsorglich vom Dienst freigestellt worden ist und ebenfalls getestet werden soll. 

„Unsere Mitarbeitenden und alle Leitungskräfte agieren weiterhin sehr besonnen und achten auf eine strikte Einhaltung der wirklich sehr strengen Infektionsschutzmaßnahmen“, wird Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt zitiert. Ihnen allen gebühre größter Respekt für das, was sie derzeit an persönlichem Einsatz zeigten. „Die Bedingungen für die Arbeit mit und für Menschen sind vor allem in der Pflege durch die Corona-Pandemie heftig erschwert. Gleiches gilt aber auch in Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderung und von Menschen mit demenziellen Erkrankungen – hier leisten unsere Mitarbeitenden wirklich Großartiges“, habe Dietrich-Gibhardt gesagt.

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