Aldi-Markt an der B3 in Gilserberg schließt zum Jahresende wegen geringer Umsätze

Erwartungen nicht erfüllt

Schließt zum Ende des Jahres: Der Aldi-Markt an der B3 in Gilserberg hat die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllen können. Archivbild: Hildebrand

Gilserberg. Nachdem bereits seit mehreren Monaten über eine mögliche Schließung des Aldi-Markts in Gilserberg spekuliert wurde, ist das Ende des Lebensmitteldiscounters jetzt besiegelt. Wir sprachen mit Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth und der zuständigen Aldi-Regionalgesellschaft Bad Laasphe über die Hintergründe der Schließung.

? Wann wird der Aldi-Markt in Gilserberg schließen?

!Der Aldi-Markt stellt seinen Verkauf zum 31. Dezember dieses Jahres ein. Das bestätigten sowohl Bürgermeister Rainer Barth als auch die zuständige Aldi-Regionalgesellschaft in Bad Laasphe. Erste Gerüchte über eine angebliche Schließung gab es bereits im Frühjahr, als auch der „Nahkauf“-Laden in der Ortsmitte schloss.

? Warum soll der Aldi-Markt schließen?

!Der Markt in Gilserberg steht bereits seit einigen Monaten zur Diskussion, zu niedrig seien die Erträge, sagte Matthias Giese, Chef der Aldi-Regionalgesellschaft Bad Laasphe auf Anfrage. Nach der Auswertung der Umsatzzahlen des ersten Halbjahres 2015 sei der Laden nicht mehr zu halten gewesen. Die Erwartungen an den direkt an der B3 liegenden Aldi-Markt konnten nicht erfüllt werden.

Dazu komme, sagte Giese, dass die Filialen in Treysa und Gemünden/Wohra auch für Gilserberger schnell und einfach zu erreichen seien.

? Der Pachtvertrag für den Aldi-Markt läuft noch bis Ende 2018. Was passiert nach der Schließung mit dem Markt?

! „Der Vertrag besteht und wir werden ihn erfüllen“, sagte Giese. Was genau mit dem Aldi-Markt nach der Schließung passieren soll, ist noch offen. Sicher scheint nur eins: „Selbst wenn wir den Verkauf einstellen und die Miete weiterzahlen, ist das aus unternehmerischer Sicht immer noch wirtschaftlicher als der Weiterbetrieb. So schlecht sind die Umsätze“, so Giese.

Aldi könne sich aber auch vorstellen, das Gebäude zur Untermiete für andere Unternehmen freizugeben – allerdings nicht an direkte Konkurrenten und Mitwettbewerber. Dass also ein anderer Lebensmittelanbieter in das Gebäude einzieht, ist somit unmöglich.

? Was sagt der Bürgermeister zu der Schließung?

!Bürgermeister Rainer Barth bedauerte im Gespräch mit unserer Zeitung die Entscheidung der zuständigen Aldi-Regionalgesellschaft.

Bereits im Januar habe ihn die Aldi-Regionalgesellschaft über die schlechte Wirtschaftlichkeit der Filiale informiert. Auf Unverständnis stößt bei dem Gemeindeoberhaupt aber die kurze Vorlaufzeit der Schließung. „Wir standen regelmäßig mit Aldi in Kontakt. Bis Ende September hat Aldi die Schließungspläne stets dementiert und als reine Unternehmensüberlegung dargestellt“, sagte Barth.

? Wird es nach der Schließung keinen Lebensmittelladen mehr in Gilserberg geben?

!Zunächst nicht. Bürgermeister Barth berichtete aber gegenüber der HNA, dass er bereits an „alternativen Plänen“ arbeite. Fördermittel der Leader-Region zur Unterstützung eines Lebensmittel-Ladens habe er bereits beantragt, auch Gespräche mit möglichen Interessenten hätten bereits stattgefunden.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zukunft eine Lösung für die Nahversorgung in Gilserberg finden werden“, sagte der Bürgermeister. Wie diese Nahversorgung aussehen soll, könne er aber derzeit noch nicht sagen. Konkrete Pläne gäbe es bislang nicht.

Von Daniel Göbel

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