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Spannende Wege in den Erzieherberuf

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Haben ihren Beruf gefunden: von links Luke Debes, Michelle Dietz und Josefine Hofeditz.
Haben ihren Beruf gefunden: von links Luke Debes, Michelle Dietz und Josefine Hofeditz. © Berufsschulcampus

Der Weg in den Erzieherberuf kann ganz unterschiedlich verlaufen. So, wie bei Luke Debes. Der 19-Jährige absolviert aktuell eine Ausbildung zum Sozialassistenten am Berufsschulcampus in Ziegenhain. Schon während der Realschulzeit leistete der Bad Wildunger ein Praktikum im Altersheim ab. Dennoch war er unschlüssig, welchen Weg er beruflich einschlagen sollte.

Schwalmstadt. Ein Nachbar riet ihm zum Bundesfreiwilligendienst in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Und tatsächlich: Luke fühlte sich von Beginn an wohl bei seiner Arbeit. Er unterstützte die Bewohner der Wohngruppe bei Alltagshandlungen und bemerkte, dass er sehr geduldig im Umgang mit Menschen war. Im Anschluss an seine Ausbildung zum Sozialassistenten möchte Luke Debes die Ausbildung zum Erzieher absolvieren.

Den Weg in die ErzieherInnen-Ausbildung haben Michelle Dietz und Josefine Hofeditz schon geschafft – beide sind seit vergangenem Sommer Auszubildende an der Fachschule für Sozialwesen in Ziegenhain. Michelle Dietz absolvierte nach ihrem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, bevor sie erfolgreich ein Studium zur staatlich anerkannten Modedesignerin machte. 2019 wurde sie stellvertretende Filialleiterin in einem großen Modeunternehmen. Kaum dass sie sich dort eingearbeitet hatte, kam Corona. Und damit die Arbeitslosigkeit.

Nachdem sie sich mehrfach vergeblich um eine adäquate Stelle im Einzelhandel mit dem Schwerpunkt Mode bemüht und auch die Arbeitsagentur keine Jobangebote für sie hatte, entschied sie sich für einen beruflichen Neustart. Ihr „guter Draht“ zu Menschen, insbesondere zu Kindern, bewog sie schließlich zur Ausbildung. Inzwischen hat Michelle ihr erstes sechswöchiges Praktikum in einer Kinderwohngruppe abgeleistet und ist um viele menschliche Erfahrungen reifer.

Auch Josefine Hofeditz schlug nach ihrem Realschulabschluss in Fritzlar erst einmal einen anderen Weg ein: Sie begann eine Ausbildung als Ergotherapeutin. Recht bald wurde sie schwanger. Weil die Schulzeiten sehr wenig Spielraum für die Erziehung ihrer Tochter Juna zuließen, brach sie die Ausbildung ab. Sie spielte mit dem Gedanken, Erzieherin zu werden und bewarb sich an einer Fachschule für Sozialwesen, um dort die Praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) zu absolvieren.

Dafür benötigte sie einen Praktikumsplatz in einer pädagogischen Einrichtung für den Ausbildungszeitraum von drei Jahren. „Eigentlich kein Problem, dachte ich. Doch dann kam Corona und viele Einrichtungsleitungen waren vorsichtig, was die Vergabe von Praxisplätzen anging“, erzählt Josefine Hofeditz. Gleichzeitig wurde ihr klar, dass auch die PivA-Ausbildung aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands für sie als alleinerziehende Mutter kaum möglich war. Somit wechselte sie in die Vollzeit-Ausbildung an den Berufsschulcampus. „Die Schulzeiten sind gut vereinbar mit Familie“, sagt die 23-Jährige. Beide Frauen möchten andere ermutigen. „Auch die Tatsache, dass man rückzahlungsfreies Aufstiegs-BaföG während der Ausbildung erhält, womit man finanziell ganz gut über die Runden kommt, erleichtert sicher vielen die Entscheidung“, sagt Michelle Dietz.

Information

Der Berufsschulcampus in Ziegenhain bietet die Ausbildung zum Sozialassistenten sowie die Ausbildung zum Erzieher in Vollzeit und ab Sommer dann auch als PivA an. Interessierte können das Online-Beratungsangebot (jeden Mittwoch in der Zeit von 13 bis 15 Uhr) nutzen und sich informieren, entsprechende Hinweise zur Einwahl über doodle sind auf der Homepage unter berufsschulcampus.de zu finden. (Sandra Rose)

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