BUNDESLIGA HAT SPIELFREI Fragen und Antworten an und von Fußballfans

Ein Samstag ohne Fußball ist lang: Den Fans aus der Region fehlt die Bundesliga

Eintracht-Fans: Markus Diehl mit seinen Kindern Mathis und Tilda.
+
Eintracht-Fans: Markus Diehl mit seinen Kindern Mathis und Tilda.

Der Ball rollt nicht mehr von der Bundesliga bis in die Amateurklassen. Wie gehen die Fans verschiedener Vereine damit um? Verschiedenen Fanclubs aus der Region haben wir dazu Fragen gestellt.

Mit dabei sind der Eintracht Fanclub Eintracht-Knüller, die FC Bayern Fanclubs „ Im Rotkäppchenland“ und die „Meistersterne aus Görzhain, der BVB Fanclub „BVB Freunde Schwalm Knüll“ und nicht zuletzt der HSV Fanclub „38/50 Schorbach“.

Wie läuft es ohne den Fußball?

Der Fußball fehlt allen Befragten sehr. Aufgrund der politischen Vorgaben gerät zur Zeit alles in den Hintergrund. Die schönste Nebensache der Welt und die damit einhergehenden sozialen Kontakte bewegen sich im digitalen Bereich, denn Treffen vis à vis sind ja nicht möglich. Thomas Schwalm, Pressesprecher der Meistersterne Görzhain, betont, dass Fußball von der Bundesliga bis in die Kreisliga für viele Menschen ein Fixpunkt darstelle. Alles fühle sich an, wie eine vorgezogene Sommerpause, nur schlimmer. Ingo Krumpholz vom „Bayern-Fanclub im Rotkäppchenland“ sieht das ähnlich. Alle persönlichen Kontakte seien auf Null zurückgefahren.

Die Vorgaben der Regierung stünden oben an. Markus Diehl, Macher beim EFC Eintracht Knüller, verbringt die Zeit im Garten und mit Aufräumen; auch die Kinder wollen beschäftigt sein. Da könne ein Samstag ohne Fußball schon mal lang werden. Lars Kern , Vorsitzender der „BVB Freunde Schwalm -Knüll“ beschreibt die Situation ohne Fußball „ ziemlich ätzend“. Dennoch hätte man jetzt Zeit, Dinge zu erledigen, die schon lange liegengeblieben seien. Viele seiner Mitglieder arbeiten, so schreibt er, in kritischen Infrastrukturen. Alle seien bis auf das Äußerste belastet. Auch Kinder müssen betreut werden. Der eine oder andere spielt das Saisonfinale im eigenen Garten oder virtuell aus. Michale Euling, 2. Vorsitzender vom HSV Fanclub „38/50 Schorbach“ verbringt die fußballlose Zeit mit Umgestaltung und Erneuerung seiner geliebten Kutte. Aber auch unterwegs sein mit Freunden in den Stadien der Republik , das fehlt ihm besonders. Aber wie alle Befragten hält er es für wichtig, jetzt zusammenzuhalten. Ingo Krumpholz bringt es auf den Punkt: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint.“

Geht es noch weiter in diesem Jahr, oder wird die Saison beendet?

Alle Befragten sind sich im Grunde einig, dass es, wenn auch mit Geisterspielen, weitergehen wird. Ein Saisonfinale mit Zuschauern im Stadion schließen alle aus. Letztlich ist es auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Außer den großen Clubs, wird der eine oder andere Verein Probleme bekommen. Schade fänden es alle, wenn die Saison , analog den Belgiern, vorzeitig beendet werden würde. Dann müsse neu nachgedacht werden, wie und wann es weitergeht. Eventuell müsse die Bundesliga auf 20 oder gar 22 Vereine aufgestockt werden.

Wie ist der eigene Fanclub aufgestellt?

Markus Diehl, Chef vom sicherlich mitgliederstärksten Fanclub der Schwalm, sieht seine Truppe für die Zukunft gerüstet. Finanziell in Vorleistung sei man getreten für Fahrten zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach oder zum traditionellen Auswärtsspiel mit Übernachtung in München. Michael Euling vom HSV Fanclub Schorbach schreibt, dass die bereits geplante Abschlussfahrt nach Hamburg komplett storniert wurde. Aber auch er sieht seinen Fanclub für die Zeit nach Corona gut gerüstet. Thomas Schwalm vom Bayern Fanclub Meistersterne sieht keine existenziellen Auswirkungen der Krise auf seinen Fanclub. Man arbeite auf Sicht und wartet die Entwicklung ab. Auch Lars Kern blickt positiv in die Zukunft, lediglich die geplante Fahrt zum Derby müsse noch abgewickelt werden.

Von Harald Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.