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Schwalm: Verwandte sollen Rentner getreten und geschlagen haben

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Eingang zum Amtsgericht in Schwalmstadt.
Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt wird gegen zwei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung und Pfeffersprayeinsatz verhandelt. © Jochen Schneider

Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt sind zwei Männer wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Dabei handelt es sich um Vater und Sohn, beide erschienen zum Auftakt mit einem Rechtsvertreter. Weil weitere Zeugen gehört werden sollen, gab es an Prozesstag eins keine gerichtliche Entscheidung.

Treysa. Das Opfer ist der Schwager beziehungsweise Onkel der Angeklagten, er tritt als Nebenkläger auf. In der Anklageschrift wird den beiden Männern aus dem Südkreis vorgeworfen, das Opfer nicht nur mit Schlägen und Tritten traktiert, sondern auch noch mit Pfefferspray misshandelt zu haben.

Passiert ist der Vorfall im April 2021 in Oberaula. Dort trafen die beiden auf den aus einer Nachbarstadt stammenden 56-jährigen Rentner. Der Rentner war mit seiner Bekannten unterwegs, um diese nach Hause zu begleiten, nachdem er zuvor mit ihr in seinem Garten Alkohol konsumiert hatte, wie die Verhandlung ergab. Nach seiner Aussage wurde ihm ohne Vorwarnung Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, als er zu Boden ging, hätten ihn die beiden gegen die Rippen und den Kopf getreten und zusätzlich verbal bedroht, sagte er aus.

Richterin ruft Angeklagten zur Räson

Bei diesen Schilderungen konnte der ältere Angeklagte mehrfach nicht an sich halten, sodass er von der Richterin mit der Androhung eines Ordnungsgeldes bei Wiederholung belegt wurde.

Von wem die Tritte gekommen waren, konnte das Opfer nicht sagen, seine Augen hätten so getränt, dass er nichts habe erkennen können. Allerdings hörte er seine Bekannte mehrfach laut ausrufen „was das soll“, und sein Hund habe fortwährend gebellt.

Schließlich wurde die Polizei verständigt, die Beamten nahmen eine Anzeige auf. Auf ärztliche Versorgung verzichtete der Angegriffene, wie er im Gerichtssaal schilderte, er habe nur noch nach Hause gewollt.

Prozess wird fortgesetzt

Aus Sicht der Angeklagten stellte sich der Sachverhalt anders dar, unstrittig war aber, dass es zwischen den beiden Parteien schon über Jahre einen schwelenden Zwist gab. Tätlichkeiten aber habe es erstmals an diesem Tag gegeben. Die beiden Angeklagten, 63 und 36 Jahre alt, gaben an, dass sie beim Aufeinandertreffen durch provozierendes Gelächter beleidigt worden seien, ferner habe ihr Verwandter eine Schnapsflasche nach ihnen geworfen, sie aber verfehlt. Beide bestritten, handgreiflich geworden zu sein, wobei der Jüngere auch noch preisgab, dass unter einer Bewährungsstrafe stand.

Unklar blieb auch, wie eine Handyaufnahme, die abgespielt wurde, zu bewerten ist. Die Begleiterin des Opfers, die als Zeugin im Saal war, hatte diese aufgenommen, weil der Rentner sie dazu aufgefordert hatte. Zu hören waren das Hundegebell und die Rufe der Frau.

Allerdings zeigte sie große Erinnerungslücken, sie wusste nicht zu sagen, wo die Männer standen, wer von wo gesprüht hatte und wie die Flasche aussah. Sicher sei nur, dass es Tritte und Schläge gab, „es ist alles so schnell gegangen“. Zur Auswertung weiterer Beweismittel und Befragung weiterer Zeugen wird es eine Prozessfortsetzung geben. (Jochen Schneider)

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