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Fan aus der Schwalm erinnert sich: „Ein ganz feiner Mensch“

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Von: Matthias Haaß

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Treffen mit einem Idol: Fans in der Schwalm erinnern sich an den Ausnahmefußballer des HSV. Uwe Seeler im Hotel Engel in Hamburg vor gut zehn Jahren mit Ingo Kister und Günter Kniese (v.l.).
Treffen mit einem Idol: Fans in der Schwalm erinnern sich an den Ausnahmefußballer des HSV. Uwe Seeler im Hotel Engel in Hamburg vor gut zehn Jahren mit Ingo Kister und Günter Kniese (v.l.). © Harald Becker

Am vergangenen Donnerstag, 21. Juli 2022, starb Uwe Seeler mit 85 Jahren in Hamburg. Ein HSV-Fan aus der Schwalm erinnert sich an den Ausnahmefußballer Uwe Seeler.

Schorbach/Hamburg – Der Tod des Ausnahmefußballers des Hamburger Sport-Vereins (HSV) verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den HSV-Fans. Noch bevor die Nachricht in den Sozialen Medien oder den Nachrichten angekommen war, posteten viele Fans in ihren WhatsApp-Status bereits Beileidsbekundungen.

Einer von ihnen war Harald Becker, Vorsitzender des HSV Fanclub 38/50 Schorbach. Am Todestag von Uwe Seeler hatte er in seinem Status eine HSV-Fahne, die auf halbmast hing. Die Fanszene sei gut vernetzt, sodass er von Seelers Tod sehr schnell erfahren habe. „Da musste ich schon eine Träne verdrücken“, sagt Becker: „Uwe Seeler war ein ganz feiner Mensch.“

Der eingefleischte HSV-Fan kannte den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft nicht nur aus dem Fernsehen oder als nahbaren Funktionär auf der Ehrentribüne im Volksparkstadion, sondern saß ihm sogar einmal gegenüber. Vor zehn Jahre habe er Uwe Seeler im Hotel Engel sogar persönlich getroffen, erzählt der Schorbacher: „Wir suchten in Stadionnähe ein Zimmer, als plötzlich jemand sagte: „Der Uwe kommt gleich.“

Uwe-Seeler-Denkmal: Kerzen und Blumenmeer vor dem Volksparkstadion.
Uwe-Seeler-Denkmal: Kerzen und Blumenmeer vor dem Volksparkstadion. © Jonas Rös

Seeler sei dann tatsächlich ganz entspannt durch die Schiebetür gekommen und habe sich mit den Fans unterhalten. Er habe gleich Uwe zu ihm gesagt, erinnert sich Harald Becker mit einem Lächeln: „Herr Seeler sagt ja keiner.“

Der „größte HSVler aller Zeiten“ nahm sich für die Fans aus Nordhessen eine halbe Stunde Zeit. „Wir saßen in der Hotellobby in diesen typischen Ledersesseln und haben uns über den HSV unterhalten“, sagt der Vorsitzende des Fanklubs. Der Mittelstürmer habe keinerlei Starallüren gehabt, sondern sei genauso gewesen, wie er sich immer gegeben haben, so Becker: „Einer wie du und ich. So einen wie Seeler gibt es heute gar nicht mehr.“

Nach dem Gespräch in der Hotellobby gab es nicht nur Unterschriften auf den Fan-Kutten, sondern Seller versprach den nordhessischen Fans außerdem Autogrammkarten.

Ein Mann ein Wort: Die Karten habe Uwe Seeler an den Fanclub geschickt und er habe die Karten dann verteilt, berichtet Harald Becker. Auch am Samstag waren die Nordhessen in Hamburg, um das Spiel des HSV gegen Rostock zu sehen. Es sei eine sehr bedrückte Stimmung gewesen, weiß Harald Becker.

Fankutte von Harald Becker mit der Unterschrift von Uwe Seeler und Autogrammkarten. Fankutte von Harald Becker mit der Unterschrift von Uwe Seeler und Autogrammkarten.
Fankutte von Harald Becker mit der Unterschrift von Uwe Seeler und Autogrammkarten. Fankutte von Harald Becker mit der Unterschrift von Uwe Seeler und Autogrammkarten. © Harald Becker

Die Bronze-Plastik mit dem rechten Fuß von Uwe Seeler vor dem Volksparkstadium stand in einem Meer von Blumen, Kerzen und Fanartikeln.

Jonas Rös, Mitglied im Fanclub 38/50 Schorbach hielt den Moment fest. Die Choreografie der Fans im Stadium sei schon beeindruckend gewesen, sagt Harald Becker. Der überwiegende Teil der Fans trug Schwarz.

Es gab besondere Trikots, eine Schweigeminute und die Nordtribüne sorgte mit einer stimmungsvollen Choreo für Gänsehaut. Ein angemessener Abschied, der leider durch das homophobe Banner einiger „Fans“ missbraucht worden sei, erklärt der Vorsitzende verärgert. Eine Randnotiz, die vermutlich bald in Vergessenheit geraten sein wird – ebenso das Ergebnis, der HSV verlor mit 0:1.

Niemals vergessen werden die Fans aber ihr Idol Uwe Seeler. Für Harald Becker gibt es daher auf die Frage, ob das Volksparkstadion in Uwe-Seeler-Stadion unbenannt werden soll, nur eine Antwort: „Unbedingt!“

Harald Becker vom HSV Fanclub 38/50 Schorbach
Harald Becker vom HSV Fanclub 38/50 Schorbach © Göbel, Daniel

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