In Ziegenhain wurden zehn Jahre Tafel-Arbeit und fünf Jahre Mittagstisch gefeiert

Ein Fest, zwei Geburtstage

Feierlicher Gemeindemittagstisch der Schwälmer Tafel: Zum fünfjährigen Bestehen kamen 200 Gäste ins Gemeindezentrum in Ziegenhain. Fotos: privat/nh

Schwalmstadt. Mit einem Gottesdienst und anschließendem Beisammensein wurde kürzlich zehn Jahre Schwälmer Tafel-Arbeit und fünf Jahre Gemeindemittagstisch im Gemeindezentrum Ziegenhain gedacht. Etwa 200 Menschen waren dazu ins Gemeindezentrum Ziegenhain gekommen.

In der Predigt zog Dekan Christian Wachter Vergleiche mit dem Einsatz der Heiligen Elisabeth als Vorbild christlichen Glaubens. Mit Gründung der Tafel sei Armut vor zehn Jahren sichtbar gemacht worden. Vor fünf Jahren wurde der kleine Bruder der Tafel, der Gemeindemittagstisch, ins Leben gerufen.

Zu einem Geburtstag gehören auch Glückwünsche. Die brachte Hiltrud Löber-May für den Kirchenvorstand Ziegenhain. Sie dankte allen, die sich ehrenamtlich in Liebe den Menschen widmen. Stellvertretend für den erkrankten Bürgermeister kam Detlef Schwierzeck und appellierte an Wirtschaft und Politik, die soziale Situation so zu verändern, dass Tafeln und Gemeindemittagstisch überflüssig werden.

„Wir tun etwas, was Armut sichtbar macht. Die Tafel ist Anklage in unserer reichen Gesellschaft“

Margret Artzt

Der Ländervertreter der Tafeln, Erich Lindner, dankte den Organisatoren, Ehrenamtlichen, Spendern und Sponsoren und erinnerte, dass insgesamt 920 Tafeln in der Bundesrepublik Deutschland noch nötig seien, trotz einer verbesserten, allgemeinen Arbeitslage.

„Wir tun etwas, was Armut sichtbar macht. Die Tafel ist Anklage in unserer reichen Gesellschaft“, antwortete Mitgründerin Diakonie-Pfarrerin Margret Artzt auf die gesellschaftlich kritisch Hinterfragung von Tafel und Gemeindemittagstisch. Dank und Glückwünsche nahmen Hellmut Brauroth, Ingela Rheinwald und Erika Unger, stellvertretend für all die Ehrenamtlichen der Schwälmer-Tafel, entgegen. Gleichsam für den Gemeindemittagstisch standen Günter Pukat und Edeltraut Schwalm. Detlef Jakob habe mit einem drei Säulen-Konzept: Gemeinsam statt einsam - gut und günstig essen - teilhaben und erleben, den Mittagstisch gestartet. Als logistische Meisterleistung bezeichnete Günter Pukat die Arbeit der Tafel und wünschte weiterhin gute Zusammenarbeit, dass Essen dahin komme, wo es hingehört. Seine Einladung richtet sich ausnahmslos an alle: Kommen Sie einfach mal zum Gemeindemittagstisch, dann werden sie teilhaben und erleben.

Die Waren werden für einen Unkostenbeitrag von zwei Euro pro Person abgegeben. Kinder sind frei. Die Schwälmer Tafel bietet damit ein Zusatzangebot, keine Vollverpflegung. Dafür werden Spenden für Miete und Nebenkosten des Tafeladens sowie die Unterhaltung des Tafelautos benötigt. (red/syg)

• Info: Tel. 06691/ 807652.

• Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags, 14 bis 17 Uhr. Artikel unten

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.