Dreifache Mutter fragt sich, wie es weitergehen soll – Sie bedankt sich bei Feuerwehr

Feuer brannte sich in Seele

Zieht nun immer die Stecker raus: Sandra Thiel und ihre drei Kinder musste nach einem Küchenbrand in ihren vier Wänden in die Wohnung eines Bekannten umziehen. Was den Brand Mitte Dezember auslöste, ist noch unklar. Seitdem ist sie sehr vorsichtig mit Elektrogeräten. Foto:  Schittelkopp

Trutzhain. „Das Feuer hat sich in die Seele gebrannt“, sagt Sandra Thiel aus Trutzhain. Mitte Dezember hatte es in ihrer Küche gebrannt. Bei dem Feuer wurde glücklicherweise weder sie noch einer ihrer drei Söhne (vier, drei und zwei Jahre alt) verletzt. Die Feuerwehr rettete auch das Meerschweinchen und die Katze der Familie. Doch ihre vier Wände sind unbewohnbar geworden

Nun leben die alleinerziehende Mutter und ihre Kinder in der Wohnung eines Bekannten in Ziegenhain. Dort können sie allerdings nur bis Ende Januar blieben, da der Mann dann aus dem Urlaub wiederkommt.

Die Kinder weinen nachts

Der 31-Jährigen macht die Situation schwer zu schaffen. „Ich frage mich immer, wie es weitergehen soll“, sagt sie. Die Kinder schlafen seitdem schlecht, weinen nachts. Auch sie findet nicht die Ruhe, die sie nötig hätte, denn Sandra Thiel erlitt zudem vor vier Monaten einen Schlaganfall.

Seit dem Feuer geht sie äußerst vorsichtig mit Elektrogeräten um: „Abends ziehe ich in der Küche die Stecker heraus.“ Nachts brennt im Zimmer der Kinder eine Lavalampe, mehrmals kontrolliert die Mutter dann, ob mit dem Gerät auch alles in Ordnung ist.

Nur noch verschwommen erinnert sie sich an jenen Freitag vor Weihnachten, als in ihrer Küche der Brand ausbrach. Zuvor hatten sie noch mit ihrer Mutter, die zu Besuch war, gekocht und gegessen. Später sollte der älteste Sohn den Müll nach draußen bringen. Dann hörte Sandra Thiel nur noch, wie er rief: „Mama, Mama, es brennt.“ Die Küchenzeile stand in Flammen.

Die junge Mutter brachte sich und die Kinder ins Freie, rief die Feuerwehr. „Danach kann ich mich an nichts mehr richtig erinnern.“ Durch den Einsatz der Feuerwehr griffen die Flammen nicht über, doch die Wohnung wurde arg in Mitleidenschaft gezogen.

Die Küchenzeile musste entsorgt werden, Wohnung und Treppenhaus wurden verqualmt, auf die Möbel legte sich Ruß. Auch die Weihnachtsgeschenke der Kinder waren nicht mehr zu gebrauchen, alles verrußt und verqualmt. „Die Kinder hatten kein richtiges Weihnachten“, sagt sie traurig. Die Trutzhainer Wohnung muss komplett saniert werden, das kann allerdings noch drei Monate dauern, erzählt die 31-Jährige.

Feuerwehr packte mit an

Sehr dankbar ist Sandra Thiel für die Hilfsbereitschaft, die sie erfahren hat. So packten die Trutzhainer Feuerwehr und ihre Nachbarin mit als, sie die Wohnung der jungen Familie ausgeräumt werden musste. Die Stadt Schwalmstadt ermöglicht den zwei älteren Söhnen, dass sie weiterhin den Kindergarten in Trutzhain besuchen können.

Nun sucht Sandra Thiel dringend eine neue Bleibe für sich und ihre drei kleinen Söhne, bis ihre Wohnung in Trutzhain fertig saniert wird. Auch über Spielzeug, gebrauchte Möbel und anderes freut sich die Familie.

• Wer helfen möchte: Die HNA-Redaktion kann den Kontakt zu Sandra Thiel weiterleiten, Tel. 066 91/961 423.

Von Claudia Schittelkopp

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