Strenge Hygienebestimmungen müssen aber eingehalten werden

Frielendorf: Feuerwehr darf wieder üben

Feuerwehrleute aus Frielendorf schützen sich mit Mund-Nasen-Schutz vor der möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus. Im Hintergrund steht ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Im Vordergrund sieht man hydraulisches Rettungsgerät.
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Mund-Nasen-Schutz ist Vorschrift: Seit Mitte Juni dürfen Frielendorfs Wehren wieder üben. Wichtig ist die Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften.

Frielendorf – Seit einigen Tagen dürfen die Brandschützer im Schwalm-Eder-Kreis wieder üben. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte das Regierungspräsidium den Übungsdienst bis zum 5. Juni untersagt.

Die Feuerwehr Frielendorf ist eine der ersten Wehren im Altkreis Ziegenhain, die den regulären Dienstbetrieb wieder aufgenommen hat. Nach der gut dreimonatigen Corona-Zwangspause standen auf den Dienstplänen der Ortsteilfeuerwehren zunächst Grundlagen. Feuerwehr sei nun einmal Handwerk, sagt Gemeindebrandinspektor Christian Nill: „Die Wiederaufnahme des Dienstbetriebs erhöht die Sicherheit der Feuerwehrleute und derer, die uns zu Hilfe rufen. Das war uns wichtig.“

Handlungssicherheit müsse man durch ständiges Üben erhalten, da der Ernstfall glücklicherweise zu selten eintritt, so Nill weiter: „Es geht dabei nicht um das Auswerfen eines Schlauchs, sondern um komplexe Abläufe wie den Innenangriff bei einem Brand oder das Retten von Personen aus verunfallten Fahrzeugen.“

Feuerwehr: Vorbereitungen laufen seit Anfang Mai

Während die Aussetzung des Übungsdienstes im Zuge des allgemeinen Lockdowns noch zentral für alle hesssichen Feuerwehren angeordnet worden war, obliege die Entscheidung ob und wann die praktische Ausbildung wieder aufgenommen werde bei den Kommunen im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung, erklärt Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel. Gedanklich setze man sich bereits seit Anfang Mai mit dem Thema auseinander, so Vaupel weiter: „Natürlich verlernt man nicht innerhalb von drei Monaten antrainierte Routinen, aber das ist wie beim Sport. Wenn ich drei Monate nicht laufe, dann spiegelt sich das in der nachlassenden Kondition wieder.“ Insbesondere die Atemschutzgeräteträger müssten zeitnah üben, um sich bei Einsätzen nicht selbst zu gefährden, ist der Verwaltungschef, selber auch aktiver Feuerwehrmann, überzeugt.

Eine zwingende Voraussetzung für den Neustart des Übungsdienstes – auf Einsätze hatte die Corona-Pause keine Auswirkungen – waren Gefährdungsbeurteilungen für jede einzelne Feuerwehr und jedes einzelne Feuerwehrhaus in der Ohetalgemeinde. Die Verantwortung dafür hatte die Verwaltung, die Umsetzung lag in den Händen der Wehrführer.

Dabei ging es vereinfacht gesagt darum, ob die Feuerwehren unter den notwendigen Hygienebedingungen überhaupt üben können und wenn nein, welche Maßnahmen notwendig sind, damit es doch möglich ist.

Feuerwehr: Dienstanweisung erlaubt Übungsdienst

Im Ergebnis wurden beispielsweise alle Feuerwehrhäuser mit zusätzlichem Desinfektionsmittelspendern und weiteren Hinweisschildern ausgestattet. Nachdem man alle notwendigen Schutzmaßnahmen ergriffen habe, habe er in der zweiten Juniwoche eine Dienstanweisung in Kraft gesetzt, die den Übungsbetrieb bis aus Weiteres wieder erlaube, sagt Vaupel: „Oberstes Gebot ist und bleibt die Einhaltung der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. Dort, wo kein Abstand gehalten werden kann, ist zwingend eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.“´

Feuerwehr: Zusätzliche Schutzmaßnahmen kosten Geld

Den Schutz der ehrenamtlichen Einsatzkräfte lässt sich die Gemeinde einiges kosten. FFP-Masken und Desinfektionsmittel sind teuer. Zum Glück normalisiere sich das so langsam wieder, aber die Preise seien im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie immer noch extrem, weiß Thorsten Vaupel: „Bis dato haben wir einen höheren vierstelligen Betrag zusätzlich investiert.“

Die Frielendorfer sind sich der Gefahr durch das Corona-Virus trotz des kleinen Stücks Feuerwehr-Normalität bewusst. Das Virus sei immer noch da und könne jederzeit zuschlagen, betonen Bürgermeister und Gemeindebrandinspektor. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber wir sind gut aufgestellt und gerüstet“, hofft Thorsten Vaupel.

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