Neunte Segelkunstflugwoche: 33 Piloten heben bis Sonntag in Ziegenhain ab

Schwalmstadt. Über der Schwalm brummt’s: Noch bis Sonntag trainieren am Himmel über Ziegenhain 33 Segelflugpiloten aus ganz Deutschland. Auf dem Gelände der Flugsportvereinigung dreht sich bei der neunten Segelkunstflugwoche alles um die Weiterbildung der Piloten und die Flugsicherhheit.

Für Fluglehrer Klaus Kahler und seine Schützlinge herrschen optimale Bedingungen: „Die Temperatur sinkt pro 100 Meter um 0,8 Grad“, erklärt Vorsitzender Ludwig May. Auf die schweißtreibenden Trainingseinheiten am Boden folgt also eine verdiente Abkühlung knapp unter den Wolken. Bis in 1200 Meter Höhe werden die Flugzeuge geschleppt. Zwischen 50 und 70 Schlepps kommen an einem durchschnittlichen Flugtag zusammen, schätzt Kahler.

Für das Training gibt es eine so genannte Kunstflugbox: „Das ist ein Würfel in der Größe von ein mal einem Kilometer. Ziel der Piloten ist es, die Figuren in dieser Box zu zeigen“, erklärt der Fluglehrer. Alle Teilnehmer haben bereits Flugerfahrung, also mindestens den Flugschein sowie 50 Flugstunden: „Manche betreiben den Kunstflug nur im Hinblick auf ihre Sicherheit“, sagt Kahler. „Sie wollen das Flugzeug in jeder Situation beherrschen.“ Andere Piloten wollen ihre Technik verbessern oder Leistungsabzeichen – die gibt es in Bronze, Silber und Gold – ablegen. Ziel ist, ein zuvor aufgezeichnetes Programm zu fliegen: Das nennen Kunstflieger die Kür. Das Schauspiel am Himmel dauert drei bis vier Minuten. Eingeteilt sind die 120 Figuren in neun Gruppen. Die Belastung für den Körper ist damit beim Kunstflug kurzfristig sehr hoch: „Wir sind sowas wie Kurzstreckenläufer“, vergleicht May.

Alle Piloten werden deshalb regelmäßig auf ihre Tauglichkeit überprüft. Junge alle fünf, ältere alle zwei Jahre. Piloten über 50 Jahre müssen jedes Jahr zum Arzt. Jan Diehl, 19 aus Asslar, ist einer von drei Nachwuchspiloten, der für den Kunstflugschein ackert. „Ich finde es reizvoll, die Welt mal andersherum zu sehen“, erklärt Diehl. Angst hat der Fluglehrer übrigens nie: Darf er auch nicht, denn schließlich muss er das Steuer regelmäßig seinen Schützlingen überlassen. „Wir haben alle Familien und wollen wieder heil runterkommen. Darauf vertraue ich“, sagt Kahler. Ein Video von der Kunstflugwoche finden Sie im Internet unter www.hna.de

Von Sandra Rose

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