Kino Burgtheater

Filmtheater in Treysa erfindet sich neu: Kult-Kino-Betreiber optimistisch

Radelte 15 000 Kilomter durch Afrika: Anselm Pahnke (Mitte) zeigte seinen Film davon in Treysa, links Leonie Rausch, Organisatorin Schwälmer Open-Air-Sommer der Stadt, Tanja Damm, rechts Rosi und Peter Unger.
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Radelte 15 000 Kilomter durch Afrika: Anselm Pahnke (Mitte) zeigte seinen Film davon in Treysa, links Leonie Rausch, Organisatorin Schwälmer Open-Air-Sommer der Stadt, Tanja Damm, rechts Rosi und Peter Unger.

Nach acht Monaten Pandemie bedingter Pause konnte eine der wichtigsten kulturellen Institutionen Treysas - das Kino Burgtheater - am 1. Juli wieder eröffnen.

Treysa – Laut Inhaber Peter Unger (59) hatten auch die großen Filmproduktionsfirmen und Verleiher den Kinostart vieler neuer Filme mehrfach verschieben müssen oder wichen schon auf Streamingdienste aus. Bei zu erwartenden Publikumsknüllern fanden und finden die Premieren jedoch wieder in den Lichtspielhäusern statt.

So konnte Unger zum Neustart seine Besucher gleich mit Otto Waalkes „Catweazle“ begeistern und diese Woche hatte der neunte Teil von „Fast and Furious“ Premiere. Am 30. September startet für alle James Bond Fans dann endlich der 25. Teil des Agentenepos.

Zahlreiche Aktivitäten geplant

Außerhalb des regulären Kinobetriebs sind jedoch noch zahlreichen andere Aktivitäten geplant. Wie schon im vergangenen Sommer durch die Filmförderung des Landes Hessen erstmals initiiert, finden auch in diesem Jahr wieder OpenAir-Veranstaltungen im Rahmen des Sommerwanderkinos Hessen statt. So am 19. August in der Totenkirche Treysa mit dem Eberhofer-Krimi „Kaiserschmarrndrama“.

Weitere Veranstaltungen unter Ungers Regie sind im Wildpark Knüll, in Sontra und im Stadtpark Borken geplant. Für Cineasten wird auch die Reihe Arthaus Kino mit preisgekrönten Neuerscheinungen wie „Nomadland“ und „Der Rausch“ fortgesetzt. Filmbegeisterte Gourmets können sich im Winterhalbjahr ebenfalls wieder auf das „Kulinarische Kino“ mit Essen zum Film oder Film zum Essen freuen.

Darüber hinaus werden wieder spezielle Kinoevents organisiert: in Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege, dem Tourismusbüro, der Altenhilfe, den örtlichen Schulen, dem Zentrum für Arbeit und Bildung, der Hephata Diakonie und auch für private Veranstaltungen bietet das Burgtheater speziell auf das Zielpublikum zugeschnittene Filmveranstaltungen - auf Wunsch auch mit Catering - an. Auch für schon länger geplante Konzertveranstaltungen wie z.B. mit Sören Flimm öffnet der Kinosaal im Herbst wieder seine Pforten.

Tickets für sieben Euro bei freier Platzwahl

Am Wochenende war der Dokumentarfilmer Anselm Pahnke auf Initiative von Jochen Böttger vom Tourismusbüro der Stadt zu Gast im Kinosaal. Er begleitete die interessierten Zuschauer persönlich bei seinem Film: „Anderswo - Allein in Afrika“. Darin schilderte er auf beeindruckende Art filmisch seine Erlebnisse und Abenteuer auf einer 15 000 Kilomter langen Fahrradtour durch 15 afrikanische Staaten.

„Wegen der nach wie vor geltenden Coronabeschränkungen, auch hinsichtlich der erlaubten Besucherzahl, bieten wir im Moment alle Eintrittskarten zum Einheitspreis von sieben Euro an - bei freier Platzwahl,“ erläutert Peter Unger. „Ein Mundschutz ist nur bei Ein- und Auslass erforderlich, Kontaktdaten müssen hinterlegt werden.“ Er ist optimistisch, dass der Kinobetrieb vor allem in der wichtigen Herbst- und Wintersaison für alle Filmfans richtig durchstartet. „Wir sind da guter Dinge.“ (Ute-Anemone Lorenz)

Kinobetreiber in dritter Generation

Peter Unger betreibt in dritten Generation das Kino Burgtheater in Schwalmstadt-Treysa. Nachdem die ersten Filmvorführungen 1948 noch durch Großvater Franz Petri im Burgsaal des damaligen Hotels „Zur Burg“ stattfanden, konnten ab 1955 die Zuschauer ihre Lieblingsfilme im neu erstellten Kinosaal am jetzigen Standort genießen.

Peter Unger übernahm das Kinogeschäft 1988 von seinen Eltern Lothar und Brunhilde. Während es zum Kinostart in den Fünfzigern noch 430 Sitzplätze - häufig unbequeme Holzstühle - gab, können die Kinofans heute auf 230 bequemen, klassischen Kinosesseln Platz nehmen. Unterstützung geben ihm Ehefrau Rosi (53) und Tochter Paula (16), die als Filmprojektionistin einen „digitalen Crashkurs“ durch ihren Vater erhalten hat.

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