Fleißige Bienen in Nausis

Schwalm: Feuchtes Frühjahr bremste zunächst Honigproduktion

Imker Tobias Pfalzgraf aus Nausis vor einem Teil seiner Bienenstöck. Pflazgraf betreibt sein Hobby seit fünfzehn Jahren.
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Imker Tobias Pfalzgraf aus Nausis vor einem Teil seiner Bienenstöck. Pflazgraf betreibt sein Hobby seit fünfzehn Jahren.

Das Bienenjahr 2021 war geprägt durch ein sehr nasses Frühjahr. Durch die durchgängigen langen Regenphasen konnten die Bienen nicht wie gewohnt fliegen und Nektar sammeln. Der Sommer war für Bienen und Imker besser.

Nausis. Hobbyimker Tobias Pfalzgraf aus Nausis bewirtschaftet mehrere Bienenvölker, die im Ort selber oder in der Gemarkung stehen. Pfalzgraf ist Landwirt im Nebenerwerb und kennt sich mit Flora und Fauna aus. Im Freundeskreis wurde die Idee geboren, Bienen anzuschaffen.

„Mein Kumpel hatte die Idee, ich habe sie umgesetzt.“ Vor sechs Jahren kaufte der Imker 15 Jungvölker und baute sich damit einen ersten Grundstock auf. Das nötige Imkerzubehör musste angeschafft werden. Da kommen schnell mal ein paar tausend Euro zusammen, so Pfalzgraf. Die Bienenbehausungen baut er inzwischen selber, dabei setzt er ausschließlich auf Holz aus heimischen Wäldern.

Da die Blüte in Nordhessen etwas später einsetzt, als im Süden des Landes hatten die Imker der Region Glück und die fleißigen Tiere konnten in den sonnigen Junitagen einiges aufholen. Dadurch das sie kaum fliegen konnten, haben sich die Bienen auch nicht verbraucht und so war die Bienenmasse außergewöhnlich groß. Die Sommerbiene lebt in der Regel vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit hat sie fest zugeteilte Aufgaben: Zellen putzen/ Brut wärmen, Füttern von Jung und Altmaden, Nektar abnehmen, Stock putzen und Zellen bauen. Die Biene agiert dabei in völliger Dunkelheit. Erst nach ungefähr 15 Tagen bekommt sie Aufgaben im Außenbereich des Bienenstockes. Sie wird zur Wachbiene, erkundet die Umgebung und sammelt schließlich den Nektar von den Blüten.

Bienen leben 40 Tage

Eine Biene lebt ungefähr 40 Tage. Für ein Kilo Honig muss das Insekt mindestens 900 000 Blüten besuchen.

Die Bienenkönigin befindet sich umgeben von Ammenbienen in unmittelbare Nähe von verdeckelten Brutzellen. Die Königin ist leicht zur erkennen, denn sie ist etwas größer als die normale Biene. Für die Produktion von einem Kilogramm Honig muss die Biene gut drei Kilogramm Nektar sammeln. Das entspricht 60 000 Honigblasenfüllungen. Um die Honigblase einmal zu füllen, muss die Biene 15 - 100 Blüten (je nach Blütenart) besuchen. Ein Kilogramm Honig entspricht damit 900 000 bis 6 Millionen Blütenbesuchen. Nach gut 40 Tagen geht das Leben einer Honigbiene zu Ende. Dass es ein arbeitsreiches Leben war, sieht man den Bienen bei genauer Beobachtung an. Die Flügel sind verbraucht und abgenutzt.

Schwälmer Landhonig

Als Landwirt im Nebenerwerb achtet Tobias Pfalzgraf darauf, bienenfreundliche Blühstreifen auszusäen Gerne nutzt er dazu großzügige Brachflächen. Bevorzugte Pflanzen sind Phacelia, Klee oder Sonnenblumen.

Für die Honigvermarktung hat er sein eigenes Label Schwälmer Landhonig kreiert. Am Ende des Tages sagt er: die Imkerei sei ihm eine Passion, obwohl eine Menge Arbeit dahinter stecke.

Ermutigen kann er jeden, ein solches Hobby zu beginnen. Allerdings sollte man Stiche vertragen können. Trotz aller Schutzmaßnahen ließe sich das nicht verhindern. Seine Tochter Anni geht mit gutem Beispiel voran und präsentiert stolz eine gut besetzte Bienenwabe. (Harald Becker)

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