Flüchtlingsaufnahme Urbachtal: Vize-Regierungspräsident unter Druck

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Riesen Interesse: 400 Menschen waren zur Informationsveranstaltung ins Atrium der Steinwaldschule nach Neukirchen gekommen.

Nuekirchen. So einen Andrang hat die Steinwaldschule selten erlebt: Über 400 Menschen kamen, und wollten Neues zu geplanten Flüchtlings-Unterkünften im Urbachtal erfahren.

Unterm Strich war das wenig: Eine noch nicht festgelegte Hilfsorganisation wird Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) werden, die fünf Leichtbauhallen und die Rehaklinik werden für zunächst drei bis fünf Jahre vom Land lediglich angemietet (nicht gekauft) und sind dann eine von 14 solcher Erstaufnahmen in Hessen. Die meisten Flüchtlinge bleiben im einsamen Urbachtal nicht länger als sechs Wochen - bis sie in dauerhaftere Quartiere, bevorzugt Wohnungen, irgendwo im Land verlegt werden.

Noch heißt es, die Hallen mit „Wohneinheiten für sechs bis zehn Menschen“ sollten Mitte Dezember bezugsfertig sein, allerdings räumte Hermann-Josef Klüber (Vizepräsident Regierungspräsidium Kassel) ein, dass man noch keine Sanitärcontainer anmieten konnte - auch diese Angabe ist somit eher Spekulation. Dass die ehemalige Rehaklinik wie angestrebt im Mai 2016 belegbar sein wird, ist „völlig unrealistisch“, berichtete Klüber später. Ebenfalls nicht spruchreif ist, wieviele Menschen im Erstaufnahmestatus insgesamt an der und in der Ex-Klinik Aufnahme finden werden. Eine Obergrenze von 1000 versah Klüber mit einem Fragezeichen.

Gefunden wurde inzwischen ein Platzchef, es wird der bisherige Betriebsleiter der Neukirchener Stadtwerke, Heinz Ross, sein. Er wird nach seinem Ausscheiden Ende Dezember Mitarbeiter des Regierungspräsidiums.

Nach zwei Stunden begannen viele Zuhörer, das Atrium zu verlassen, wohl, weil sie keine ergiebigen Informationen oder Diskussionen mehr erwarteten.

Informationsveranstaltung in Neukirchen

Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg appellierte gegen Ende, nicht im Voraus Schwarzmalerei zu betreiben, Bürgermeister Klemens Olbrich argumentierte gegen „Hysterie“, man solle „die Herausforderung zuversichtlich und optimistisch annehmen“.

Im Saal waren auch Funktionäre der NPD Hessen, zu Beginn wurden von Anhängern Flyer verteilt und ein Transparent entrollt, Landesvorsitzender Stefan Jagsch erhielt kurz das Wort. Auf dem Podium gab es offenkundig die Absprache, keine Kontroverse aufkommen zu lassen.

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