Herbstsynode des Kirchenkreises Ziegenhain: Flüchtlingsarbeit war Hauptthema

Die Flüchtlinge verstehen

Auszeichnung: Gerhard Stübing (Niedergrenzebach, links) wurde von Dekan Christian Wachter im Auftrage des Bischofs der Landeskirche geehrt. Stübing erhielt die Elisabeth-Medaille für 25 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit in der Kirche. In der Betreuung und datentechnischen Erfassung der Kirchenbücher war er Ansprechpartner für die Ahnenforscher in den Gemeinden.

Schrecksbach. Die Herbstsynode des Kirchenkreises Ziegenhain tagte am Mittwochabend im Rotkäppchenhaus in Schrecksbach. Schwerpunktthema war dabei die Flüchtlingsarbeit.

Schon im Eröffnungsgottesdienst verwies Pfarrer Matthias Müller (Schrecksbach) darauf, dass der biblische Hintergrund der Flucht aus Ägypten für viel Verständnis der christlichen Gemeinden für die Lage von Flüchtlingen sorge.

Bürgermeister Andreas Schultheis sagte, es sei nun wichtig, in Kirche und Kommune an einem Strang zu ziehen: „Egal, warum die Menschen herkommen, wenn sie da sind, werden wir sie willkommen heißen!“

Die Pröpstin des Sprengels Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, rief den Synodalen zu: „Sie sind das lächelnde Gesicht für die Menschen, die kommen.“

Wenig kontrovers und mit viel Zustimmung hörten die Synodalen den Dekansbericht mit Schlaglichtern auf die Flüchtlingsarbeit der Gemeinden in Frankenhain, Frielendorf, Gilserberg, Schorbach, Treysa, Weißenborn und Ziegenhain. „Die größte Herausforderung ist mit Sicherheit das Lager in Schwarzenborn“, resümierte Dekan Christian Wachter.

Carolin Liebermann, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe der Kirchengemeinde tätig, betonte, wie wichtig es sei, die Menschen auf ihrer Flucht auch zur Ruhe kommen zu lassen. Ansonsten seien Gestik und Mimik auch ohne Sprachkenntnisse möglich – so könnten alle, die Flüchtlingen begegneten, viel zur Atmosphäre im Land beitragen. „Worte und Gesten, die die Wertvorstellungen unseres humanistischen Landes wahrnehmbar kommunizieren“, sollten in den Gemeinden gefunden werden, sagte Wachter.

Die Flüchtlingsberaterin des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis, Silvia Scheffer, sagte, auch die Menschen, die Bedenken und Abwehr gegenüber Flüchtlingen hätten, gehörten „genauso in unsere Kirche und in die Normalität unseres Landes wie die Flüchtlinge selbst“. Dennoch legte sie den Synodalen ans Herz, Begegnungen mit den Flüchtlingen zu suchen, die hauptamtlichen Kräfte im Land würden derzeit „nicht annähernd“ ausreichen. (jkö)

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