Satz nach Norden

Flugunfähige Südliche Eichenschrecke jetzt auch im Schwalm-Eder-Kreis

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Die Südliche Eichenschrecke: Das Foto zeigt ein Weibchen, zu erkennen am dolchartigen Hinterleibsende. Das ist der Legebohrer, mit dem die Art nicht etwa stechen kann, sondern ihre Eier in Pflanzenstängeln ablegt. 

Melsungen/Alsfeld. Klein und unauffällig sind sie, aber sie haben sich seit den 1950er-Jahren aus Italien kommend weit nach Süddeutschland ausgebreitet.

Die Rede ist von der Südlichen Eichenschrecke, einer flugunfähigen Heuschrecke, die mittlerweile sogar die Südhälfte von Hessen bis Gießen und Marburg erreicht hat.

Nun wurde sie in Alsfeld und Melsungen gefunden und die Frage ist: Kommt die Art auch an anderen Orten im Schwalm-Eder-Kreis vor?

Die Südliche Eichenschrecke ist flugunfähig, sodass sich die Frage stellt, wie die kleinen Hüpfer die rasche Ausbreitung geschafft haben. Die Antwort überrascht: Sie nehmen das Auto! Immer wieder werden Eichenschrecken beobachtet, die sich an Pkw oder in einem Fall sogar an einem Fahrrad festgeklammert hatten und sich so von diesen über weite Strecken transportieren ließen. Wahrscheinlich sind zudem Verfrachtungen von Gelegen in Topf- oder Gartenpflanzen.

Die Art ist meist auf wärmegünstige Lagen in Ortschaften angewiesen, sodass die Ausbreitung sicher auch eine Folge des Klimawandels ist. Die Neubürger sind sowohl für unsere Ökosysteme wie auch den Menschen vollkommen ungefährlich. Meist lassen sich die Tiere ab Mitte Juli bis in den Oktober beobachten. Zufällige Nachweise gelingen oft bei Gartenarbeiten, beispielsweise beim Rückschnitt belaubter Äste oder in der Dunkelheit auch an der Beleuchtung von Terrassen oder Eingangsbereichen.

Die häufige, heimische Eichenschrecke sieht sehr ähnlich aus, ist aber durch gut körperlange Flügel gekennzeichnet. 

Von Stefan und Heinz Stübing

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