Kalinonka-Chor zu Gast: 120 Besucher lauschten den Liedern

Folklore im Hof Hahn

Vor Fachwerkkulisse: Junge Ukrainer des Kalinonka-Chores traten am Freitagabend auf dem Hof Hahn in Holzburg auf. Die Schirmherrschaft hatte der Verein Dorfmuseum übernommen. Foto: Rose

Holzburg. 25 junge Ukrainer im Alter von zehn bis 16 Jahren machten am Freitagabend Station in Holzburg. Empfangen wurden die Gäste aus er Gegend um Tschernobyl von 120 Besuchern, die alle zum Hof Hahn in der Ortsmitte geströmt waren, um die Jungen und Mädchen des Kalinonka-Chores singen zu hören.

Die Schirmherrschaft für das Freiluft-Konzert hatte der Verein Schwälmer Dorfmuseum Holzburg übernommen. Organisiert worden war der Abend in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für deutsch-ukrainische Freundschaft Alsfeld.

Der Verein lädt den Chor alle zwei Jahre für drei Wochen nach Deutschland ein. „Allein der Bus hierher kostet 6000 Euro. Um die Unkosten zu decken, gibt der Chor in Deutschland um die zehn Konzerte“, erzählte der stellvertretende Vorsitzende Rolf Weyhrauch.

Rundgang durchs Museum

Schon den Nachmittag verbrachten die jungen Musiker in Holzburg: Beim Rundgang durch das Museum erklärte ihnen eine Dolmetscherin die Feinheiten der Schwälmer Tracht, die Vereinsmitglieder reichten Getränke und selbst gebackene Waffeln.

Derweil wurde der Hof Hahn herausgeputzt. Ein Getränkelieferant hatte einen Tanzboden zur Verfügung gestellt, ebenso die Biertischgarnituren. In wunderschönen, farbenfrohen Trachten zogen die ukrainischen Gäste aus Nemeschajewo – ein Ort in ländlich geprägter Region mit etwa 8000 Einwohnern – alle Blicke auf sich.

Geleitet wird der Chor vom pensionierten Lehrerehepaar Alexej und Taisia Reznik. Die Ukraine grenzt an Russland im Nordosten, Weißrussland im Norden, Polen, Slowakei und Ungarn im Westen, Rumänien und Moldawien im Südwesten: Geprägt wird die Tracht insbesondere von ungarischen Einflüssen. Markant sind die bestickten Blusen, die bunten Tücher um die Taille, die roten Stiefel und die Blütenkränze im Haar.

Spiegel der Kultur

Die geistlichen und folkloristischen Lieder spiegelten die Kultur der Ukrainer. Besonders die Damen beeindruckten mit ihrem tiefen, klaren Timbre.

Gespielt wurde Akkordeon, dazu ein Schellenkranz geschwungen. Eineinhalb Stunden dauerte das Programm, bei dem auch Volkstänze zu sehen waren. Mit viel Applaus ging ein heiter bis besinnliches Konzert zu Ende. Die Holzburger sind sich einig: Kalinonka, komm gerne wieder.

Von Sandra Rose

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