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Fraktionen äußern sich zur Synagoge in Ziegenhain

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Von: Lea Beckmann

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Auf dem Foto ist die Synagoge in Ziegenhain zu sehen. Im Jahr 2003 verlegten Menschen dort Stolpersteine als Zeichen der Erinnerung.
Fast vergessen: Im Jahr 2003 wurden noch Stolpersteine als Zeichen der Erinnerung vor der Synagoge in Ziegenhain verlegt. Erst Ende November vergangenen Jahres fand eine ähnliche Zeremonie im Beisein öffentlicher Würdenträger in unmittelbarer Nachbarschaft der bereits zum Verkauf stehenden Synagoge statt. (Archivfoto) © Sylke Grede

Die ehemalige Synagoge in Ziegenhain steht zum Verkauf. Die Stadtverwaltung wusste nichts von diesem Verkauf (HNA berichtete).

CDU

Ziegenhain – Auch die CDU-Fraktion hatte erst durch den Bericht in der HNA von dem Verkauf erfahren, teilte Fraktionsvorsitzender Karsten Schenk mit. „Eine weitergehende Information an die Fraktionen zu dem möglichen Verkauf durch die Stadtverwaltung der Stadt Schwalmstadt liegt uns bisher nicht vor“, sagte Schenk weiter. Ohne die genaue Kenntnis der Sachlage könne die CDU-Fraktion daher keine Stellung zu dem Verkauf nehmen.

FDP

„Wir von der FDP-Fraktion begrüßen die Nachricht, dass die genannte Immobilie zum Verkauf steht“, sagte Fraktionsvorsitzender Constantin Schmitt. Eine Veräußerung bringe die Chance, dass jemand in die erworbene Immobilie investieren, renovieren und sie einer neuen Nutzung zuführen werde.

Freie Wähler

„Ein Verkauf der ehemaligen Synagoge könnte eine Chance sein, ein Schnittpunkt oder gar Teil eines Konzeptes zur Konfirmationsstadt im Hinblick auf die Ökumene“, sagte Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Engin Eroglu. Somit könnten mehr Menschen nach Schwalmstadt und in die Konfirmationsstadt Ziegenhain gelockt werden. Die Fraktion der Freien Wähler fände es schade, wenn die Synagoge eine Folgenutzung bekäme. „Leider ist Schwalmstadt finanziell und personell absolut nicht in der Lage die Immobilie zu kaufen“, sagte er. Daher sei es wichtig, dass der Bürgermeister sich kümmere einen richtigen Träger zu finden. „Wenn das nicht möglich sein sollte, wird die Synagoge sicher von einem privaten Käufer gekauft“, erklärte Eroglu.

SPD

Die SPD-Fraktion sei der Meinung, dass die Stadt bei diesem Gebäude die Möglichkeit prüfen solle, ihr Vorkaufsrecht auszuüben. „Es ist zu gewährleisten, dass dieser Ort für die Zukunft als Erinnerungsstätte erhalten wird“, sagte Fraktionsvorsitzender Daniel Helwig. Die Fraktion sei der Meinung, dass von Seiten der Stadt zu klären sei, welche Zuschüsse für unterschiedliche Verwendungszwecke über reine Sanierungsmittel hinaus zu erwarten seien.

BfS

Die Fraktion Bürger für Schwalmstadt könne derzeit noch keine Stellung zum Verkauf der Synagoge nehmen. „Wir müssen erst Rücksprache mit den Personen halten, die eine Besichtigung gemacht haben, darüber liegen uns derzeit noch keine Ergebnisse vor“, sagte Fraktionsvorsitzender Georg Stehl.

Die Grünen

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen sei betroffen, dass die Synagoge in Vergessenheit geraten sei und nun vor dem Verfall stehe. „Wir würden uns eine angemessene Weiternutzung des Gebäudes wünschen und könnten uns hier eine Belebung als Kulturzentrum oder Ähnliches vorstellen“, sagte Fraktionsvorsitzende Ruth Engelbrecht. Die Fraktion bezweifle allerdings, dass dies aus den Mitteln der Stadt wegen der „angespannten Finanzlage“ möglich sei.

Synagoge ist in schlechtem Zustand

Wie Bürgermeister Stefan Pinhard auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, hat mittlerweile eine Besichtigung der Synagoge stattgefunden. Neben ihm waren bei dem Termin Hans Gerstmann, Experte für die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ziegenhain, Dekan Christian Wachter, Karin Brandes von der Gedenkstätte und dem Museum Trutzhain und Jürgen Schenk, Mitglied des Ortsbeirates Ziegenhain.

„Vertreter von der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie des Landesamtes für Denkmalpflege war die Teilnahme dieses kurzfristig ermöglichten Besichtigungstermins leider nicht möglich“, sagte Pinhard. Aber es solle schnellstmöglich eine Begehung und Begutachtung für die beiden Kreis- und Landesdienststellen Denkmalpflege nachgeholt werden.

Bei der Besichtigung habe sich gezeigt, dass die Synagoge in einem schlechten Allgemeinzustand sei. „Von der ehemaligen Synagogennutzung war kaum noch etwas zu erkennen. So ist die Mikwe offenbar verbaut oder fehlt ganz, und der eigentliche Versammlungsraum lässt sich nur noch erahnen“, sagte Pinhard. Zum weiteren Vorgehen: Der Bürgermeister will erstmal die Stellungnahme der Personen abwarten, die bei der Besichtigung dabei waren sowie der Denkmalschutzbehörden.

Anschließend sollen die Magistratsmitglieder und die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung informiert werden, erklärt Pinhard. (Lea Beckmann)

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