Das Freibad in Ziegenhain soll saniert werden

Dickes Lob für Schwimmmeister Frank Schulz und sein Team: Die Badtechnik im Freibad Ziegenhain präsentiert sich top gepflegt und zeitgemäß, so die Kasseler Berater. Schulz hatte die Aufgabe vor Jahren von seinem Vater übernommen. Archivfoto: Schwehm

Ziegenhain. Start mit dem Babybecken im Herbst - Kostenplanung bis Mai erwartet

Schwalmstadt. Frohe Botschaft für alle Besucher des Freibades Ziegenhain: Es wird mittelfristig saniert. In welchem Umfang genau und wann, das wird man erst im Frühling erfahren.

Zunächst sollen genaue Entwurfs- und Kostenplanungen erstellt werden, bevor das Stadtparlament in der übernächsten Sitzung entscheidet. Beschlossen ist hingegen bereits, dass das Babybecken neu gebaut wird, aber erst nach der Badesaison 2017. Die Zeit vor der Saison ist zu knapp dafür, sodass Familien mit kleinen Kindern einen zweiten Sommer ohne dieses Angebot auskommen müssen.

Modernisierung lohnt sich

Der Beschluss der Stadtverordneten fiel nach einer Parlamentssitzung in der mutmaßlichen Rekordzeit von weniger als 80 Minuten einstimmig. Wie berichtet, hatte die lange Sitzung der Ausschüsse diese Woche Klarheit darüber gebracht, dass das in den 70er-Jahren in Betrieb genommene Bad nicht marode ist. Vielmehr kamen die Kasseler Experten zu dem Schluss, dass die Modernisierung des Bades lohnt und für eine Summe zwischen 2 und 3 Mio. Euro machbar sei.

Bürgermeister dämpft

Allerdings dämpfte Bürgermeister Stefan Pinhard die Erwartungen, er sagte, das Bad gehöre zur städtischen Infrastruktur, aber es gehe „um große Beträge, die derzeit nicht finanziert werden können“.

Die Debatte

Für die SPD sprach Tobias Kreuter, seine Fraktion sei klar für die abschnittsweise Sanierung am Standort Ziegenhain. Ein Neubau in Treysa für 4,5 Mio Euro sei nie eine Option gewesen.

Armin Happel forderte ein Gesamtkonzept, künftig müsse es gewährleistet sein, dass man an die Rohrleitungen der Becken herankommt. (Zum Hintergrund: Hoher Wasserverlust im Baby- und im Nichtschwimmerbecken hatten voriges Jahr die Verantwortlichen aufgeschreckt. Neben Undichtigkeit der Becken könnten defekte Leitungen der Grund dafür sein.)

Grünen-Fraktionschef Dr. Jochen Riege sprach dem Badpersonal ein großes Lob dafür aus, dass Technik und Anlage sich so gepflegt präsentieren und forderte zugleich eine Ideenwerkstatt für das Freibad. Von einem Förderverein bis zur Testung des Verzichts auf Eintrittsgeld solle nachgedacht werden. Wenn dann gebaut wird, sollte das Bad nicht einen Sommer lang dicht sein, sondern der Betrieb im Schwimmerbecken sollte aufrecht erhalten werden.

Unzufriedener klang Thomas Kölle (FWG), er bemängelte ein „seit acht Monaten fehlendes schlüssiges Gesamtkonzept“. Zustimmendes Klopfen erhielt Kölle für seine Forderung nach einer „zukünftig besseren inhaltlichen, zeitnahen Informationspolitik seitens der Verwaltung“. (aqu)

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