Für den Frieden eintreten: Frankenhainer gedachten der Kriegsopfer

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Mahnen und gedenken: Daran erinnerten auf dem Friedhof in Frankenhain Reinhart Darmstadt, Jürgen Schwalm und Reiner Schmidt (von links).

Frankenhain. Wie überall im Schwälmer Land wurde gestern auch in Frankenhain der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht. Dazu trafen sich die Menschen am Ehrenmal auf dem Friedhof.

„Da der Volkstrauertag auch in den Medien immer weniger Beachtung findet, fragt man sich, ob er 67 Jahre nach Kriegsende noch zeitgemäß ist“, sagte Ortsvorsteher Reinhart Darmstadt. Dabei sei der Krieg bis heute gegenwärtig, ja ganz aktuell, wenn man an den erneut aufgeflammten Konflikt im Gaza-Streifen denke. „Auch in unsere Zeit mag der Frieden nicht so richtig kommen.“

Darum sei das Gedenken, aber auch das Nachdenken über das gesellschaftliche Leben, wichtig: „Immer wieder müssen wir uns mit antisemitischen Übergriffen auseinander setzen – die Nazi-Zeit bricht immer wieder schmerzhaft in die Gegenwart ein“, erklärte Darmstadt. Frieden sei nur leb- und erlebbar, wenn Brücken gebaut würden: „Ein geeintes Europa ist ein wichtiger Meilenstein.“

Pfarrer Dieter Schindelmann erinnerte in seiner Ansprache an die griechische Kleinstadt Kalavryta. Sie erlangte als legendärer Ort des Beginns der Griechischen Revolution und durch ein Massakers der deutschen Wehrmacht am 13. Dezember 1943 traurige Bekanntheit. „1978 stand ich als Deutscher an diesem Ort und hatte davon keine Ahnung.“

Am Denkmal habe er schließlich mit einer der Frauen gesprochen, die das Massaker überlebte: „Da habe ich begriffen, was Krieg auch für Zivilisten, für Angehörige, bedeutet“, sagte Schindelmann.

„Wir stehen heute hier, um die Erinnerung wach zu halten. Als Menschen, die auf allen Ebenen und zu jeder Zeit für Frieden eintreten.“ Im Gedenken an die Opfer legten Jürgen Schwalm und Reiner Schmidt am Ehrenmal einen Kranz nieder, begleitet von den Klängen der fünf Bläser. (zsr)

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