Alarm am Silbersee

50 Rettungskräfte suchten angeblich Eingebrochene

Mehrere Feuerwehrleute stehen in Einsatzkleidung am Ufer des Silbersees.
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Suchaktion am Silbersee: Die Feuerwehr unterstützte die Polizei bei der Suche nach möglicherweise vermissten Personen, die von einem Jogger auf dem See gesehen worden waren.

Etwa 50 Einsatzkräfte haben am Mittwochabend am Silbersee nach angeblich eingebrochenen Spaziergängern gesucht. Gegen 21.30 Uhr wurde der Einsatz ereignislos beendet.

Frielendorf – Die Eisflächen in der Schwälmer Region schmelzen bei dem milden Tauwetter rapide, trotzdem hält dies offenbar Leichtsinnige nicht davon ab, zugefrorene Seen oder Flüsse zu betreten. Wie schnell dadurch ein Rettungseinsatz erforderlich sein kann, zeigte sich am Mittwochabend am Silbersee in Frielendorf. Nach Informationen der Polizei meldete sich gegen 18.30 Uhr ein Mann bei der Dienststelle, da er vermutete, dass mehrere Personen ins Eis eingebrochen sein könnten. Er hatte sie während seiner abendlichen Joggingrunde auf dem See entdeckt. Als er später erneut an der Stelle vorbeilief, waren die Gestalten aber verschwunden.

Eine Streife untersuchte daraufhin den Uferabschnitt, stellte allerdings schnell fest, dass ihre Leuchtmittel nicht ausreichten, und bat die Feuerwehr um Amtshilfe. Die Wehren aus Frielendorf, Obergrenzebach und Todenhausen sowie aus Homberg und Rodemann waren mit ungefähr 50 Einsatzkräften vor Ort, um die Suche nach Menschen zu unterstützen. „Neben großen Beleuchtungseinheiten setzten wir auch Wärmebildkameras ein, um das Areal abzusuchen“, sagte Gemeindebrandinspektor Christian Nill auf HNA-Nachfrage. Solange eingebrochene Personen noch ihren Kopf über Wasser halten können, würde man sie so leichter anhand des Wärmebildes entdecken können.

Suchaktion am Silbersee: Zwei Feuerwehrleute suchen Eisfläche ab

Nach einem weiteren Hinweis des Joggers konzentrierte sich die Suche zunächst auf einen Abschnitt am Badestrand des Silbersees. Nachdem die Einsatzkräfte vom Ufer aus keine Einbruchstellen ausfindig machen konnten, suchten zwei Feuerwehrleute in Eisrettungsanzügen den See ab. So sollte sichergestellt werden, dass vom Ufer aus keine Stelle übersehen wurde. „Die Kameraden robbten bäuchlings über das Eis, um ihr Gewicht möglichst gut zu verteilen und ein Einbrechen zu verhindern“, so Nill. „Für eine mögliche Rettung hatten sie ein kleines Boot dabei und waren über eine Leine mit den Einsatzkräften am Ufer verbunden.“ Die Mitglieder der Wasserrettungsgruppe seien für diese Art von Einsätzen speziell ausgebildet und ausgerüstet.

Der Einsatz wurde gegen 21.30 Uhr ergebnislos durch die Polizei beendet. Bisher sind bei der Polizei keine Vermisstenmeldungen eingegangen. Im Zusammenhang mit dem Einsatzgeschehen macht Polizeipressesprecher Markus Brettschneider auf die große Gefahr von unbekannten Eisflächen aufmerksam. „Wenn gefrorene Seen oder Flüsse nicht von den Gemeinden freigegeben wurden, sollten diese auf keinen Fall betreten werden“, erklärt er. Die Gefahr auf dem Eis sei bei dem Tauwetter zudem noch weitaus höher. „Der Jogger hat völlig richtig gehandelt, als er den Notruf wählte“, so Nill. „Das kann im Zweifelsfall über das Leben der Opfer entscheiden.“ (Felix Busjaeger)

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