Ein neues Konzept für den Silbersee muss her

Am Frielendorfer See keine Ehrenamtlichen für Wachstationen

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Hoffen auf Ehrenamtliche: von links Bejamin Veith, Lukas Veith, Reinhold Weniger (Techn. Leiter DLRG Schwalm-Eder) und Frank Tischer (Wachstation Silbersee). 

Frielendorf. Am Frielendorfer Silbersee mangelt es aktuell an Badeaufsichten. Grund ist, dass in dieser Saison Ehrenamtliche für die Wachstationen fehlen.

Was genau steckt hinter dem Problem?

Die DLRG macht die Badeaufsicht zwar ehrenamtlich, Kosten entstehen trotzdem. Durch Unterkunft, Verpflegung und Wachgeld summiert sich der finanzielle Aufwand pro Saison auf 6000 bis 8000 Euro. Eigentlich soll dieser Betrag von den Beherbergungsbetrieben und der Gemeinde getragen werden. Zu Zeiten der alten Genossenschaft sei das problemlos gewesen, erinnert sich der ehemalige Geschäftsführer des Ferienwohnparks Silbersee, Rainer Sander: „Wir haben in den ersten Jahren als Ferienpark immer ein Haus zur Verfügung gestellt.“ Später wurden die DLRG-Helfer dann im Hotel Etzel untergebracht.

Als sich immer mehr Gesellschaften am Silbersee etablierten hätten, habe man sich nicht aber nicht mehr alleinig in der Pflicht gesehen, so Sander weiter: „Das Problem am Silbersee ist, dass einfach viele Umlagen, ob Müllplatzreinigung, Müllentsorgung, Schrankenwartung, nicht zu regeln sind, weil immer jemand ausschert.“

Gibt es denn Lösungsvorschläge?

Eine gesetzliche Pflicht für eine Badeaufsicht am See besteht nicht, erklärt DLRG-Mann Tischer. Da es keine Vorschrift gibt, wollen sich einige Vermieter finanziell nicht an den Kosten beteiligen und sehen die Gemeinde in der Pflicht. „Es ist ein bisschen die Quadratur des Kreises“, sagt Sander.

Die Interessengemeinschaft UrlaubAmSilbersee plädiert dafür, alle Nutzer des Silbersees an den Ausgaben zu beteiligen. Er könne sich vorstellen, an der Zufahrt zum See einen Kassenautomaten aufzustellen, schlägt Joachim Grohmann vor: „Jeder der vorbeikommt, zieht sich seine Parkkarte.“ Frielendorfs Bürgermeister Vaupel schüttelt über diesen Vorschlag nur den Kopf: „Ich bin der Auffassung, dass der See für alle frei zugänglich sein sollte.“

Wie geht es jetzt weiter am Silbersee?

Gemeinsam mit dem Ferienwohnpark Silbersee und weiteren Vermietern werde man in diesem Jahr die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen, so Thorsten Vaupel: „Für nächstes Jahr müssen wir uns neue Konzepte überlegen, wie man die Situation lösen kann.“ Die Badeaufsicht sei elementar wichtig, sagt auch der Geschäftsführer des Wohnparks Jochen Weber: „Wir schneiden uns sonst ins eigene Fleisch. Wir leben von den Gästen.“ Frank Tischer zeigte sich erfreut über den Kompromiss: „Ich versuche mein möglichstes, Personal zu bekommen.“

Die Wachstation am Silbersee

Der Silbersee ist über acht Hektar groß und misst an der tiefsten Stelle 14 Meter. Das Ufer des Sees geht in ein Steilufer über. Eine Badebegrenzung von 30 mal 60 Metern ist vorhanden. Hier befindet sich auch ein Badesteg. In der Vergangenheit waren jeweils vier DLRG-Helfer an der Wachstation im Einsatz. Für den Dienst am Silbersee bekommen die Ehrenamtlichen 16 Euro Wachgeld am Tag.

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