Haus unbewohnbar

Flüchtlingsunterkunft stand in Flammen - Polizei schließt Brandstiftung aus

Frielendorf. Beim Brand eines Mehrfamilienhauses in Frielendorf sind die Wohnungen von drei albanischen Familien völlig zerstört worden. Das Feuer brach am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr im Dachgeschoss des dreistöckigen Hauses in der Neuen Bahnhofstraße im Kernort Frielendorf aus.

Die Rauchmelder in den vom Landkreis als Flüchtlingswohnungen angemieteten Räumen lösten aus, so dass sich die Menschen in dem Haus gegenseitig warnten. Neun der insgesamt elf Bewohner waren zu dem Zeitpunkt in dem Haus, darunter ein Säugling, kleine Kinder und eine schwangere Frau. Sie gelangten unverletzt ins Freie. Für alle Bewohner des Wohnhauses wurden in der Nacht Behelfsunterkünfte, unter anderem in einem Ferienhaus am nahen Silbersee, gefunden.

Die erste Befürchtung, es könnte bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus ein fremdenfeindlicher Hintergrund bestehen, bestätigte sich aber nicht.

Technischer Defekt möglich

Bei den Löscharbeiten stellten die Feuerwehrleute rasch fest, dass der Brand von einem Schlafzimmer im Dachgeschoss des Altbaus ausging. Laut Brandexperten vom Landeskriminalamt handelt es sich bei der Ursache für das Feuer nicht um Brandstiftung, möglicherweise gab es einen technischen Defekt.

Den Sachschaden gab die Polizei zunächst mit 80 000 Euro an. Die unbewohnte Hälfte des Hauses stand gerade zur Sanierung an und sollte ebenfalls mit Asylsuchenden belegt werden.

Ein Gutachter des Technischen Hilfswerks (THW) Marburg empfahl die Sperrung des kompletten Gebäudes aus Sicherheitsgründen.

Aktualisiert um 17.12 Uhr 

Jetzt wird auch ein Bauzaun um die Brandruine gezogen, damit Passanten etwa durch herabstürzende Ziegel nicht gefährdet werden.

Erleichtert darüber, dass niemand verletzt wurde, zeigte sich gestern Einsatzleiter Norbert Mühling, „die Flammen loderten schon aus dem Dach, als die ersten Kräfte eintrafen“.

Der Gemeindebrandinspektor berichtete weiter, dass am Montagmorgen nachalarmiert wurde. weil Glutnester in den Zwischendecken immer wieder aufkeimten. Feuerwehrleute rissen im Inneren der Wohnungen Gipskartonplatten ein, um an glimmendes Dämmmaterial wie alte Schilfmatten zu gelangen. Durch die Last der eingebrochenen Ziegel und das Löschwasser sei das Betreten der Wohnungen gefährlich.

Laut Mühling war es zunächst problematisch für die Feuerwehren, dass die Straße unterhalb des Brandhauses für eine zweite Drehleiter zu schmal war. Im Einsatz waren sämtliche Wehren der Gemeinde Frielendorf, der Sanitätszug Süd sowie Brandschützer aus Homberg mit der Drehleiter. Diese wurde für die Nachlöscharbeiten am Montagmorgen noch einmal angefordert.

Zur Stelle waren in der Nacht auch Kreisbrandinspektor Torsten Hertel, Kreisbrandmeister Frank Maikranz sowie Mühlings Stellvertreter Michael Bühn.

Bürgermeister Birger Fey und Heidrun Hartwig vom Schwalm-Eder-Kreis kümmerten sich neben Sanitätern vom DRK um die elf Bewohner, die zunächst in einem nahen Vorgarten ausharrten. Sie hatten erst seit wenigen Wochen in dem Haus gewohnt. In der Dachwohnung, wo das Feuer ausbrach, sollen eine Frau und ihr Sohn gelebt haben.

Brand in Frielendorf

Rubriklistenbild: © Hessennews.tv

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