Aus dem Knüll ins Hochland

Kunstwerk: Riesenskulptur entstand in Großropperhausen

Kein leichter Umzug: Die 1,5 Tonnen schwere Skulptur muss mit einem Kran bewegt werden.
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Kein leichter Umzug: Die 1,5 Tonnen schwere Skulptur muss mit einem Kran bewegt werden.

Eine 1,5 Tonnen schwere Holzskulptur steht seit einigen Tagen vor der Hauptfiliale des Schwälmer Brotladens in Gilserberg. Erschaffen wurde das Kunstwerk in Großropperhausen.

Großropperhausen/Gilserberg. Stolz steht sie vor der Hauptfiliale des Schwälmer Brotladens in Gilserberg. Erschaffen wurde die drei Meter hohe Holz-Schwälmerin von Künstler Ernst Groß. Das Projekt wurde von der Familie Viehmeier gestartet: „Meine Tochter und ich waren auf dem Kunst- und Werkhof in Großropperhausen. Ich wollte auch immer so eine Skulptur haben“, erinnert sich Gabi Viehmeier.

Gesagt, getan. Gemeinsam planen Viehmeiers mit Künstler Ernst Groß und seiner Frau Kristina Fiand eine Holzfigur, die Backkunst und Schwälmer Tradition vereint. Das Projekt dauerte insgesamt zwei Jahre von der Planung an bis hin zur Fertigstellung und Veröffentlichung der Riesen-Schwälmerin.

Die Herkunft

Eine große Inspiration für den Entwurf dieser Skulptur soll laut Ernst Groß die Logo-Frau des Schwälmer Brotladens sein. „Die Holzfigur ist eine abgewandelte Version von ihr“, berichtet Ernst Groß. Vor allem lohne es sich beim Betrachten der Skulptur etwas genauer hinzuschauen. „Die Figur ist sehr detailreich. Es gibt viele Merkmale, die an die Backkunst erinnern“, sagt der Künstler. So auch der Hut der Dame, der sich beim längeren Hinschauen als Brot herausstellt.

An dem Projekt der 1,5 Tonnen schweren Holz-Schwälmerin hat Ernst Groß nicht ganz alleine gearbeitet: Sohn Leon hat im Sommer den ersten Anschnitt des Holzstammes gemacht. Das Gesicht bekam die Dame aus Holz von Kristina Fiand. Und auch die Tochter des Künstlerpaars Lina durfte sich ausprobieren und gestaltete die realistisch wirkenden Augen der Holzfrau. „Es war ein richtiges Familienprojekt“, sagt Kristina Fiand lachend.

Die Künstler, von links, Kristina Fiand und Ernst Groß freuen sich gemeinsam mit Auftraggeberin Gabi Viehmeier über ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt.

Der Umzug

Nun steht die drei Meter hohe Skulptur an ihrem Platz. Doch der Weg vom Kunst- und Werkhof in Großropperhausen zu ihrem neuen Zuhause in Gilserberg ist ein wahrer Kraftakt. Denn so eine große Figur kann man nicht einfach in den Kofferraum packen. Die Schwierigkeit beim Transport: der Arm der Holz-Schwälmerin darf nicht abbrechen. Hinzu kommt das Gewicht der Skulptur, sie kann nur mit einem Kran bewegt werden.

Mit Tragegurten um den Hals wird die Skulptur zunächst von dem Kran hochgehoben und auf ihrem Untergestell abgesetzt. Dieses hat eine wichtige Funktion, denn es sorgt dafür, dass Wasser und Nässe sich nicht unter dem Holz sammeln. „So verhindern wir einen Pilzbefall und die Skulptur hält wesentlich länger“, erklärt Kristina Fiand.

Das Ausrichten des Holzblocks auf dem Untergestell ist Millimeterarbeit, denn später soll die Figur gerade darauf stehen. Das Holzkunstwerk wird erneut vom Kran angehoben und behutsam umgelegt. Ernst Groß sägt nun mit einer Kettensäge den Boden der Figur ab, so dass eine gerade Fläche entsteht und verschraubt das Untergestell mit demHolz. Danach folgt der letzte Feinschliff. Kristina Fiand bessert mit Acrylfarbe noch ein letztes Mal den unteren Rand aus. „Wir sind froh, dass es endlich soweit ist. Nach so langer Zeit kann man die Figur kaum noch sehen“, sagt Kristina Fiand lachend.

Und auch Auftraggeberin Gabi Viehmeier ist begeistert: „Ich bin absolut zufrieden. Die Skulptur strahlt Frauenpower aus und das war mir wichtig.“

Der Künstler

Ernst Groß ist gelernter Holzbildhauer. Einen ersten Einblicke in die Arbeit mit dem Material bekam er bereits früh. „In meiner Verwandtschaft gibt es einen Schreiner“, erzählt Groß. „So habe ich schon früh den Geruch von Holz geschnuppert“, sagt er weiter. Nach einer Lehre als Holzschnitzer, folgte für ihn noch ein Studium der Freien Kunst und Bildhauerei, wo er auch seine Frau kennenlernte. „Wir sind sehr dankbar, dass Kunst unser Beruf ist und wir das so machen können“, sagt Kristina Fiand. Es gebe viele Künstlerkollegen, welche die Kunst nur als Hobby machen können. „Viele unserer Werke stehen in Galerien in Frankfurt, Wien und München. Wir sind gut vernetzt“, erzählt Ernst Groß.

Gemeinsam gehört den beiden Künstlern der Kunst- und Werkhof in Großropperhausen. Hier teilen sie ihre Begeisterung für Bildhauerei bereits seit 27 Jahren und geben diese auch an andere weiter. „Wir haben an unserem Hof auch Kurse gegeben“, erzählt Ernst Groß. „Es macht uns Spaß Kunst weiter zu vermitteln“, sagt er weiter. (Celine Kühn)

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