Prosit auf die Freundschaft

Belgische Feuerwehrleute brauen Obergrenzebacher Bier

Gelungene Überraschung: von links Dieter Hofmann, Wehrführer Obergrenzebach, und Thomas Kureck, stellvertretender Kassierer mit dem Obergrenzebacher Bier von den Poperinger Freunden.
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Gelungene Überraschung: von links Dieter Hofmann, Wehrführer Obergrenzebach, und Thomas Kureck, stellvertretender Kassierer mit dem Obergrenzebacher Bier von den Poperinger Freunden.

Die Feuerwehr in Obergrenzebach hat 50 Pakete mit je zwölf Flaschen Bier aus ihrer Partnergemeinde in Belgien erhalten. Seit mehr als 50 Jahren besteht ein reger Austausch der beiden Wehren.

Obergrenzebach – Die Obergrenzebacher haben jetzt sogar ihr eigenes Bier. 50 Pakete mit je zwölf Flaschen Pils, die das Etikett mit dem Dorfnamen tragen, sind kürzlich aus Poperinge in Belgien eingetroffen. Sie sind ein Geschenk der befreundeten belgischen Feuerwehr an ihre deutschen Freunde in der Weihnachtszeit. Seit mehr als 50 Jahren besteht ein reger Austausch der beiden Wehren. Wegen Corona konnte in diesem Jahr kein Besuch stattfinden.

Normalerweise wechsele man sich jährlich immer ab, sagt Gemeindebrandinspektor Christian Nill. Ein Jahr fahre man nach Belgien, im Jahr darauf folge der Besucher der Belgier in Obergrenzebach. In diesem Jahr habe man wieder nach Poperinge fahren wollen. Und dafür hatten diese sich eine Überraschung einfallen lassen. Die Freunde aus Flandern hatten das Bier eigens in diesem Jahr brauen lassen, erklärt Nill. Sie hatten eine Brauerei beauftragt, 1000 Liter seien abgefüllt worden. Das Bier sei nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut worden.

Auf den eigens angefertigten Etiketten steht „Zu Ehren der Verbrüderung zwischen der Feuerwehr Popperingen und der Feuerwehr Obergrenzebach“. Damit habe man beim Besuch anstoßen wollen, berichtet Nill weiter. Man habe mehrfach versucht, wenigstens mit einer kleinen Abordnung nach Poperinge zu fahren, um wenigstens das Bier zu holen.

Aber die Pandemie habe Belgien besonders hart getroffen, weshalb dies nicht möglich gewesen sei. Daher habe eine Spedition nun wenigstens einen Teil geliefert. „Es ist absolut erstaunlich, welche Ideen die Poperinger haben“, sagt Nill. Diese Überraschung sei absolut gelungen, auch wenn man leider nicht zusammen darauf anstoßen könne. Das müsse man in das nächste Jahr verschieben.

Inzwischen gibt es eine Städtepartnerschaft

Diese Freundschaft ist offenbar wirklich herausragend, vor allem auch die Geschichte ihrer Entstehung: Der inzwischen verstorbene Obergrenzebacher Feuerwehrmann Gustav Gall fuhr 1965 nach Poperinge, weil er seiner Frau Anna zeigen wollte, wo er im Zweiten Weltkrieg stationiert war. Dazu übernachteten sie im Palast Hotel im Ort. In der dortigen Kneipe lernte er die belgischen Feuerwehrleute kennen und versprach, sie im darauf folgenden Jahr wieder mit der gesamten Obergrenzebacher Wehr zu besuchen.

Das sei 20 Jahre nach dem Krieg nicht selbstverständlich gewesen, verdeutlicht der Gemeindebrandinspektor. Unzählige Obergrenzebacher und Poperinger hätten später an den jährlich wechselnden Besuchen teilgenommen, alle würden bis heute privat untergebracht. Viele Freundschaften seien dabei entstanden.

Mittlerweile besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Frielendorf und Poperinge. Poperinge ist eine Hopfengegend, die Belgier sind, wie die Deutschen, ein Volk der Biertrinker. Das Bier wird dort in vielen Kneipen ausgeschenkt und es gibt einige kleine Brauereien in der Gegend, die die Obergrenzebacher mit ihren Freunden bereits besucht haben. (Christine Thiery)

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