100 Bogenschützen stellten sich in dem Wettbewerb

Auf Bisonjagd am schönen Silbersee

Nervenstärke und Kraft waren gefragt: David Ris, Kirsten Brümmerloh, Martin Krikau, Sabine Möglich und Amke Hesse (von links) stellten sich dem Parcours am Silbersee. Fotos: Rose

Frielendorf. Irgendwo zwischen den Wipfeln ragt ein riesiges Bison hervor. Nur wenige Meter entfernt lauern zwei Krokodile am Ufer des Sees – des Silbersees. Unbeweglich warten die Tiere im Dickicht. Und zwar auf den finalen Schuss.

30 täuschend echte Attrappen hatten Jürgen Lippek und sein Team in den vergangenen Tagen rund um den See in Frielendorf aufgestellt. Ausgetragen wurde dort am Samstag und Sonntag ein Bogensportturnier, das traditionelle Master 3D. Um die 100 Bogenschützen waren aus dem Bundesgebiet angereist, um sich im Wettbewerb zu messen. Hierfür bot das Areal um die Zechengemeinde das perfekte Wald- und Wiesenambiente. Für das Reglement zugelassen waren der so genannte Primitivbogen – meist aus Eiben- oder Akazienholz – der Langbogen sowie der Jagdbogen. „Alle Teilnehmer schießen ohne Visier und verzichten auf Hightech-Bögen“, erklärte Lippek.

Um die Besten des traditionellen Bogensports zu ermitteln, wurde ein 6,5 Kilometer langer Parcours aufgebaut. Hier bewegten sich die Schützen in Gruppen hindurch. „Jeder Schütze darf ein Mal auf jedes Ziel schießen“, verdeutlichte der Bogensportexperte und frühere Homberger. Dauern könne das bis zu sechs Stunden, schätzte Lippek. Festgehalten werden die Ergebnisse auf so genannten Schießkarten. Je nach Bogen gibt es pro Treffer Punkte.

Uwe Scheinpflug (links) und Ronny Albert aus Leipzig waren in Frielendorf mit am Start.

Nicht nur der Parcours sei anspruchsvoll, auch das Schießen selbst erfordere neben Nervenstärke auch Kraft und Technik. Die Spannkraft des Bogens wird traditionell als Zuggewicht an der Sehne in englischen Pfund gemessen und darf 60 Pfund nicht übersteigen. „Mein Bogen hat 42 Pfund, das sind umgerechnet etwa 25 Kilo“, erläuterte Lippek.

Im Wettbewerb ist vor allem ein gutes Auge und Präzision gefragt: Denn die Tiernachbildungen - gefertigt aus einen Spezialkunststoff und weicher als Holz, aber härter als Gummi - stehen in Entfernungen von bis zu 54 Metern, kleinere Ziele in etwa zehn Metern.

Die Sportart sei deutlich wachsend, erläuterte der Organisator. Man sei stolz, dass sich am Silbersee Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister maßen. Uwe Scheinpflug und Ronny Albert von der Leistungsgruppe „Take a bow“ Leipzig waren begeistert vom Areal: „Wir haben hier perfekte Bedingungen.“ Man könne das Schießen nur bedingt in der Halle trainieren. „Im Freien herrschen andere Bedingungen. Hier spielen Wind und Licht eine Rolle. Das macht den Sport so spannend“, erklärten die Schützen.

Rita Blesch aus Hammelburg genoss das Wochenende mit der ganzen Familie: Die Athletin ist seit 15 Jahren im Bogensport aktiv. Die Pokale für die Sieger hatte übrigens eigens Teilnehmer Henning Fenner aus Ziegenhain entworfen – stilisierte Bogen aus edlem Akazienholz.

Von Sandra Rose

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