Wie ein Traum wahr werden kann

Ehepaar aus Großropperhausen schreibt Buch über Traum vom eigenen Gutshof

Am Ziel: Auf dem historischen Gutshof in Großropperhausen leben und arbeiten die Wäldes.
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Am Ziel: Auf dem historischen Gutshof in Großropperhausen leben und arbeiten die Wäldes.

Die Gutshofbetreiber Illona Dörr-Wälde und Rainer Wälde beschreiben in ihrem Buch die Suche nach einem geeigneten Hof. Rund zehn Jahre dauerte der Weg bis zum großen Ziel in Großropperhausen.

Großropperhausen – „Wälde, Sie sind ein Träumer“, sagte ein Professor nach einer Vorlesung einmal zu Rainer Wälde. Dass da etwas dran sein muss, belegt das Buch, das der Betreiber der Gutshofakademie in Großropperhausen gemeinsam mit seiner Frau Ilona Dörr-Wälde jetzt vorstellt. In „Das Gut(e) braucht Zeit“ beschreibt das Ehepaar, wie der Traum von einem historischen Gutshof nach langer Suche endlich Realität wurde.

Ilona und Rainer Wälde von der Gutshofakademie Großropperhausen.

Wer allein einen autobiobiografischen Ansatz über den zehn Jahre währenden Weg bis zum großen Ziel in Großropperhausen erwartet, wird überrascht über das vorliegende Format sein. Zum einen erscheint das Buch als ein Dialog über 111 Seiten. Dieser Eindruck entsteht durch die wechselnden Beiträge der beiden Autoren – die Abschnitte von Ilona Dörr-Wälde sind kursiv hervorgehoben. Deutlich werden so die unterschiedlichen Ansätze, mit denen das Ehepaar den gemeinsamen Weg von Limburg bis hin in das Knülldörfchen Großropperhausen beschreitet: Da steht die Perspektive der vergeistigten Theologin, die immer wieder ihren tiefen Glauben betont, dem fast reportageartigen Stil des Journalisten gegenüber. Beide schreiben sie über den Tiefpunkt ihrer Geschichte, als auch ihr dritter Versuch an einem Genehmigungsverfahren scheitert. „Ilona will endlich landen, während ich bereit bin, erneut durchzustarten, um einen neuen Landeplatz zu suchen“, schreibt Rainer Wälde. Seine Frau entschließt sich zu zwei Schweigewochen: „In zwei stillen Wochen durchlebe ich schmerzhafte Momente, tiefe heilende Berührung und neue Ausrichtung auf den Weg, der weitergehen wird“.

Ehepaar schreibt Buch: Autoren sprechen über viel Persönliches

Zum anderen treten die beiden Autoren nicht nur miteinander in Dialog, sondern auch mit ihrem Leser. Es scheint fast therapeutisch: Aus dem Fazit ihrer jeweiligen Stepps in Richtung Traumziel geben sie Tipps und Anleitungen, wie man zum Beispiel auch aus Rückschritten einen Gewinn ziehen kann. Eine Bereicherung für den Leser ist zudem die Bebilderung. Die Fotos illustrieren nicht nur den vergangenen Lebensabschnitt der beiden Sinnsuchenden, sie runden den Komplex erst ab.

Inhaltlich geht es den Wäldes darum, nicht einfach nur die Suche nach einer besonderen Immobilie zu beschreiben. Die Wäldes geben viel Persönliches tief emotional preis, wenn sie von den großen und kleinen Rückschritten und immer wieder neuen Hoffnungen schreiben: „Bei jeder Heldenreise gibt es einen Tiefpunkt, an dem scheinbar gar nichts mehr geht. Wir beide haben Momente erlebt, in denen wir uns am liebsten in unserem Schneckenhaus verkrochen hätten“. (Sylke Grede)

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