Bürgermeisterwahl

Ein Mann mit vielen Hobbys – Jens Nöll (SPD) ist Alleinkandidat in Frielendorf

Mäht gerne Rasen: Bürgermeisterkandidat Jens Nöll, hier mit seiner Frau Ute, pflegt neben seinem Garten auch die Grünfläche an der Burgruine.
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Mäht gerne Rasen: Bürgermeisterkandidat Jens Nöll, hier mit seiner Frau Ute, pflegt neben seinem Garten auch die Grünfläche an der Burgruine.

„Die Currywurst eint viele“, sagte Jens Nöll einmal über seine Lieblingsspeise. Dieser soziale Gedanke kann nicht schaden, wenn man als Bürgermeisterkandidat einer großen Flächengemeinde mit 16 Ortsteilen, verteilt in Schwalm, Knüll und Ohetal, antritt.

Großropperhausen – Und die Chancen, in Frielendorf gewählt zu werden, stehen für den 48-Jährigen bestens: Bei der Wahl am 26. September geht er als einziger Kandidat ins Rennen.

Dieser Sachverhalt überrascht ihn übrigens auch jetzt noch sichtlich. Bis zur letzten Minute sei er davon ausgegangen, dass er einen Gegenkandidaten habe, sagt der Großropperhäuser, der selbst für die SPD antritt. Dort sammelte er auch seine weit über 20 Jahre währende Erfahrung als Kommunalpolitiker, war Gemeindevertreter, Ortsvorsteher, Gemeindevorstandsmitglied und ist aktuell der Erste Beigeordnete und damit Stellvertreter des Bürgermeisters.

Leben mit Hund und Familie auf dem Kirchberg

Nicht zu übersehen in Großropperhausen ist das Haus der Nölls. Der dreigeschossige Bau auf dem Kirchberg thront unmittelbar neben der alten Burgruine. Dort im Obergeschoss genießt der 48-Jährige mit seiner Frau Ute, dem Jüngsten von drei Kindern und dem Labradoodle Jim Beam einen mutmaßlich einmaligen Ausblick in Richtung Kellerwald. Im Haus leben auch seine Eltern.

Über seinen Vater habe er von Kindesbeinen an Einblicke in die Arbeit in einer Gemeindeverwaltung gehabt, erzählt er, denn sein Vater ist als Büroleiter der Gemeinde Neuental in den Ruhestand gegangen. „Ich bin groß geworden mit Diskussionen über Gemeindeverwaltung.“

Zeit für Hobbys und Selbstständigkeit?

Jens Nöll selbst ist selbstständig und betreibt ein Versicherungsbüro in Ziegenhain. Was würde daraus bei einem Amtsantritt als Bürgermeister? „Das Büro wird bleiben, welchen Namen es tragen wird, ist jetzt noch ungewiss“, sagt Nöll.

Ungewiss ist auch, wie viel Zeit er noch für seine Hobbys haben wird. Denn neben den Spaziergängen mit Hund Jim Beam gibt es davon einige. Nöll spielt in Großropperhausen im Posaunenchor, ebenso im Musikzug der dortigen Feuerwehr, ist Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule in Großropperhausen und ebenso wie seine Frau Schöffe beim Amtsgericht in Treysa.

Damit erklärt sich auch Ute Nölls Antwort auf die Frage, wie sie mit der häufigen Abwesenheit eines Bürgermeister-Ehemanns zurechtkommen werde: „Er ist ja jetzt schon viel unterwegs.“ Worauf das Ehepaar allerdings nicht verzichten will, sind die gemeinsamen Reisen und kurzen Städtetrips.

Zwei Bürgermeister

Bei ihren Autos setzen die Nölls inzwischen ganz auf E-Mobilität. „Man kann sein Scherflein beitragen, wenn es möglich und finanzierbar ist“, meint er. Die Energiewende werde er auch bei kommunalen Vorhaben vorantreiben.

Frielendorf wird mehr als ein halbes Jahr neben einem amtierenden auch einen gewählten Bürgermeister haben. Jens Nöll sieht darin kein Problem. Zum einen könnte er als Stellvertreter des Bürgermeisters sich schon jetzt in den künftigen Job einarbeiten, weil Thorsten Vaupel noch einen erheblichen Urlaubsanspruch habe, zum anderen: „Wir ergänzen uns gut.“ (Sylke Grede)

6081 Einwohner dürfen wählen

In seinen 16 Ortsteilen hat Frielendorf 7280 Einwohner. Bei der Wahl am 26. September sind 6081 Frielendorfer berechtigt, einen neuen Bürgermeister zu wählen. In dieser Woche hatten bereits 1300 Einwohner Briefwahl beantragt.

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