Bürgermeisterwahl

Einen Markt für den Marktflecken – Jens Nöll (SPD) ist einziger Kandidat in Frielendorf

100 Wahlplakate von Jens Nöll hängen in den 16 Frielendorfer Ortsteilen. Hier eines aus der Hauptstraße im Kernort der Großgemeinde.
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100 Wahlplakate von Jens Nöll hängen in den 16 Frielendorfer Ortsteilen. Hier eines aus der Hauptstraße im Kernort der Großgemeinde.

Am 26. September wird in Frielendorf neben dem Bundestag auch ein neuer Bürgermeister gewählt.

Frielendorf – Als einziger Kandidat tritt für die SPD der Großropperhäuser Jens Nöll (48) an. Wir haben ihn mit einigen Fragen konfrontiert.

Der Begriff „Marktflecken“ betrifft ja nur den Kernort Frielendorf. Wie können sich die Menschen aus den Ortsteilen damit identifizieren?
Zunächst muss man herausstellen, dass der Großgemeinde Frielendorf im Jahr 2019 durch das Land Hessen die Bezeichnung „Marktflecken“ verliehen wurde und nicht nur dem Kernort. Zudem haben wir in fast 50 Jahren Großgemeinde das Kirchturmdenken weitestgehend abgelegt.
Die Bezeichnung „Marktflecken“ positioniert uns vor allem nach Außen gegenüber der „Reformationsstadt“ Homberg und der „Konfirmationsstadt“ Schwalmstadt. Für mich ist der Begriff vor allem ein Aushängeschild, das es auch weiterhin mit Leben zu füllen gilt.
Wie stehen Sie zum Thema Affenwald?
Grundsätzlich schenke ich jedem, der in Frielendorf investieren will, ein offenes Ohr. Durch den in der Gemeindevertretung mit großer Mehrheit gefassten Aufstellungsbeschluss wurde die Möglichkeit geschaffen, Für und Wider abzuwägen und die Öffentlichkeit zu beteiligen. Auch ich stehe noch mitten im Entscheidungsprozess.
Wie passt solch eine Anlage zum Naturpark Knüll?
Für mich schließen sich aber ein Affenpark und der Naturpark Knüll nicht grundsätzlich aus, wie auch das Beispiel des Vogel- und Affenparks Eckenhagen im Naturpark Bergisches Land zeigt.
Homberg ist derzeit durch die Initiative eines Frielendorfers bundesweit bekannt geworden. Wie wollen Sie den Bekanntheitsgrad von Frielendorf steigern?
Frielendorf ist mit der Erlebniswelt Silbersee als größte Tourismusdestination im Rotkäppchenland bereits überregional bekannt. Ziel aller Akteure im Rotkäppchenland muss es sein, nicht nur einzelne Orte, sondern unsere gesamte Region bekannter zu machen.
Sie wollen mehr Wertschätzung durch die Vermarktung regionaler Produkte. Wie könnte das aussehen?
In einem ersten Schritt würde ich einen Wochenmarkt auf dem neu gestalteten Marktplatz etablieren. Dort können die in unserem Marktflecken erzeugten Produkte direkt vermarktet werden. Man kann auch über den Tellerrand hinausschauen und in der Hauptstraße zum Beispiel einen Laden ähnlich des „Altstadtladens“ in Treysa ansiedeln.
Wie sehen Sie die Dorfentwicklungen in Frielendorf? In einigen Ortsteilen gibt es Leerstände.
Dank der Dorfentwicklung haben viele Eigentümer in ihre Gebäude investiert, wodurch für Frielendorf das Dorfentwicklungskonzept zu einer Erfolgsgeschichte geworden ist. Dadurch haben wir sehr wenige Leerstände zu verzeichnen.
Im Kernort gibt es aktuell durch das Entstehen eines neuen Einkaufszentrums am Ortsrand eine besondere Entwicklung. Wie könnte der Ortskern davon profitieren?
Hier muss ich Sie korrigieren, es entsteht kein neues Einkaufszentrum, sondern ein neuer, moderner Edeka-Markt, der Kaufkraft in Frielendorf bindet und neue Kunden anziehen wird. Außerdem stellt das traditionsreiche Einrichtungshaus Hämel durch eine umfangreiche Modernisierung die Weichen für die Zukunft.
Auf dem bisherigen Edeka-Standort im Ortskern wird in naher Zukunft dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Dieses zentrumsnahe Wohnquartier wird zur Belebung des Ortskerns beitragen.
Sie wollen eine „bürgernahe Kommunalpolitik“. Gibt es die nicht bereits? Was bedeutet das bei Ihnen konkret?
Wir haben in Frielendorf schon jetzt eine bürgernahe Kommunalpolitik. Ich möchte aber noch mehr Menschen dazu bringen, sich auch ohne politisches Amt zu engagieren, mehr anzupacken, Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen und für andere tätig zu werden.
Profitiert von der Interkommunalen Zusammenarbeit mit Homberg im Wesentlichen die Kreisstadt?
Von der Interkommunalen Zusammenarbeit profitieren Homberg und Frielendorf gleichermaßen; es ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Durch Bildung der Gemeinschaftskasse und eines gemeinsamen Steueramtes – zu beiden gehört inzwischen auch Schwarzenborn – werden die Mitgliedskommunen nicht nur finanziell entlastet, vielmehr hat die Zusammenarbeit auch zu einer Steigerung der Effizienz geführt.
Durch die IKZ im Bereich Abwasserentsorgung profitieren alle Mitgliedskommunen und -verbände von der erhöhten Betriebs- und Ausfallsicherheit. Von der gemeinsamen Kleiderkammer für die Freiwilligen Feuerwehren profitieren ebenfalls alle Mitgliedskommunen gleichermaßen.
Wie wird es weitergehen?
Zurzeit wird die Interkommunale Zusammenarbeit in den Bereichen Jugendpflege und Ordnungsverwaltung geprüft.
(Sylke Grede)

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