Waldinteressenten kämpfen gegen Borkenkäfer

Feuer gegen Schädlinge: Waldinteressenten kämpfen gegen Borkenkäfer

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Markant: Die Larvengänge des Borkenkäfers an einem Fichtenstamm und seiner Rinde zeigen Waldinteressent Hartmut Ziegler (links) und Revierförster Dietmar Rohde.

Mit dem Verbrennen der Baumabfälle hoffen die Waldinteressenten, der wachsenden Käferpopulation bei Obergrenzebach Einhalt zu gebieten.

Dichte Rauchschwaden sind in dieser Woche über dem Gerstenberg bei Obergrenzebach zu sehen. Dort werden keine Freudenfeuer angezündet, die Ursache ist ernst. In großem Stil verbrennen die Obergrenzebacher Waldinteressenten Äste und Spitzen von Nadelbäumen. Der Grund ist alarmierend: In Heerscharen haben sich im vergangenen Jahr die Borkenkäfer insbesondere durch die Fichtenbestände geknabbert.

„Es ist insgesamt deprimierend“, erklärt Revierförster Dietmar Rohde. Im vergangenen Jahr waren die Fichten leichte Beute für die Borkenkäfer. Sturm Friederike und die anhaltende Trockenheit im Sommer schufen ideale Bedingungen für die Holzschädlinge, meint Rohde. Durch das warme Frühjahr und den anhaltenden Sommer hatten die Käfer zudem mehr Zeit sich zu vermehren. Der Förster spricht von einem exponentiellen Anwachsen der Käferpopulation. „30 Jahre Waldpflege wurden in einem Sommer einfach weggewischt“, sagt Hartmut Ziegler, Vorsitzender der Waldinteressenten, während ein Holzrückerzug mit dem Greifer Nachschub auf das große Feuer wirft. Und genau nebendran weist Ziegler auf das nächste Drama hin: In der Schonung neben dem Feuer ist nur wenig Grün zu sehen. Knapp 90 Prozent der einjährigen Setzlinge sind einfach vertrocknet, erklärt Hartmut Ziegler, der mit 50 weiteren Waldinteressenten 110 Hektar Wald am Gerstenberg in Richtung Schönborn und dem Männerwald in Richtung Steinatal besitzt.

Das Nutzfeuer war von Ziegler von Montag bis zum morgigen Samstag bei der Gemeinde und der Leitstelle gemeldet worden. Trotzdem war deshalb bis gestern zwei Mal die Feuerwehr im Einsatz, weil eine große Rauchentwicklung gemeldet worden war. Da nur ungefähre Angaben zur Ortslage gemacht wurden, sei die Feuerwehr verpflichtet, auszurücken – auch wenn das Feuer genehmigt war, erklärt Frielendorfs stellvertretender Gemeindeinspektor Michael Bühn. Das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen ist laut Hessischem Waldgesetz durchaus legitim – wenn es dem Waldschutz dient. Ein Absatz beschäftigt sich mit dem Verbrennen von Baumteilen aus Gründen des Waldschutzes gegen tierische Schädlinge: Das Feuer muss genehmigt sein und ist laut Gesetz zu beaufsichtigen. Das tat am Gerstenberg Waldinteressent Johannes Hoos.

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