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Flüchtlingskrise im Fokus der Frielendorfer Gemeindevertreter

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Von: Sylke Grede

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Das Foto zeigt eine Baustelle neben einer Rutsche vor dem Kindergarten in Obergrenzebach.
Großer Posten im Etat: Die Modernisierung des Kindergartens in Obergrenzebach wird im kommenden Jahr abgeschlossen sein. © Sylke Grede

Bürgermeister Jens Nöll stellte auf der Sitzung der Frielendorfer Gemeindevertreter den Haushalt vor und berichtete vom Umgang mit Geflüchteten.

Frielendorf – „Der Haushalt 2023 sieht – was das reine Zahlenwerk angeht – recht unspektakulär aus. Spektakulär und besorgniserregend sind jedoch die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen.“ Das unterstreicht Jens Nöll. In der jüngsten Sitzung der Frielendorfer Gemeindevertreter stellte der Bürgermeister den Haushalt vor.

Und so dominierten nicht die Zahlen seine erste Haushaltsrede, sondern sein fast beschwörender Blick auf das Gemeinwesen Kommune – mit all seinen Einwohnern, Politikern und Mitarbeitern.

Ferienhäuser als Unterkünfte für Geflüchtete

Die Bewältigung der Flüchtlingskrise ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe, stellt Nöll klar und er lobt, dass es in Frielendorf gelungen ist, die benötigten Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Da die bereits angebotenen Wohnungen von Privatpersonen nicht ausreichen, wurden vom Schwalm-Eder-Kreis zusätzlich einige Ferienhäuser im Ferienwohnpark Silbersee im Rahmen der Freiwilligkeit angemietet. Dort sind laut Landkreis 120 Plätze in bis zu 22 Häusern angemietet. Aktuell leben dort fünf Familien mit insgesamt 27 Personen. Die Anmietung erfolgt befristet bis Ende März 2023.

Zusätzlich stellt die Gemeinde Frielendorf ein derzeit nicht genutztes Vereinsheim für die Unterbringung von geflüchteten Menschen zur Verfügung. Dennoch ruft Nöll die Frielendorfer auf, weiterhin ungenutzten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Steigende Kosten für Tiernothilfe

Über die ehrenamtliche Tiernothilfe Katz und Co in Leuderode soll in Frielendorf der Tierschutz sichergestellt sein. Der Verein hat mit steigenden Kosten, unter anderem durch Veränderungen in der Gebührenordnung der Tierärzte, zu kämpfen. Der gemeinsame Antrag von SPD und CDU zur Erhöhung der jährlichen Zuschüsse an die Tiernothilfe von 2500 auf 7500 Euro wurde einstimmig angenommen.

Positive Bilanz des Haushalts

Der Haushalt stellt eine positive Bilanz dar. Nöll geht davon aus, dass für die geplanten Investitionen keine Kredite aufgenommen werden müssen. Zudem soll 2023 nicht an der Steuerschraube gedreht werden. Die Belastungen für die Frielendorfer sollen stabil bleiben.

Zu den größten Posten im Haushalt zählen die Personal- und Versorgungsaufwendungen (3,9 Millionen Euro) und die Kinderbetreuung (2,3 Mio. Euro). Investitionen sind in Höhe von 2,03 Mio. Euro vorgesehen. Auch davon kommt ein großer Teil den jüngsten Frielendorfern zugute: Die Modernisierung des Kindergartens Obergrenzebach wird abgeschlossen und im Anschluss die in Lenderscheid begonnen. Der Schuldenstand soll sich Ende 2023 auf 15,8 Mio. Euro belaufen. (Sylke Grede)

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