Polizei ermittelt gegen 40-Jährigen

Frielendorf: Mann bekennt sich zu rechten Schmierereien der Identitären

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Panikmache: Mit dieser Tatortzeichnung wollten Identitäre im September vor dem Frielendorfer Rathaus schockieren. Noch immer sichtbar sind die roten Flecken, die das Blut darstellen sollen. 

Frielendorf. Im Zusammenhang mit den rechten Schmierereien am Frielendorfer Rathaus wird gegen einen 40-jährigen Mann ermittelt, der im Altkreis Ziegenhain ein Unternehmen betreibt.

Im September hatte dieIdentitäre Bewegung mit dieser Aktion auf sich aufmerksam gemacht. In einem Interview im Internet gibt der Schwalmstädter jetzt die Aktion zu und beschreibt Durchsuchungen der Polizei in seinem Haus und seinen Geschäftsräumen.

„Wir werden uns nicht zu allen Sachen äußern, die im Internet kursieren“, reagierte Polizeisprecher Markus Brettschneider auf die Anfrage der HNA. Die Staatsanwaltschaft dagegen bestätigte, dass bei Durchsuchungen bei dem Beschuldigten Material der Identitären Bewegung sowie elektronische Datenträger sichergestellt wurden. Diese - sowie das Video im Internet - werden derzeit von der Polizei ausgewertet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Ob sich hieraus ein Anfangsverdacht für weitere Straftaten außer der bisher ermittelten Sachbeschädigung ergebe, werde sich nach der erfolgten Auswertung zeigen, heißt es mit Blick auf einen möglichen rechtsextremen Hintergund weiter.

Im Interview stellt sich der Beschuldigte als Opfer der Staatsgewalt dar. Als „völligen Quatsch“ empfindet der 40-Jährige den Vorwurf der Sachbeschädigung, da Identitäre Aktivisten üblicherweise mit Sprühkreide arbeiteten und so keine bleibenden Schäden entstünden.

Das stellt sich vor dem Frielendorfer Rathaus allerdings anders dar. Nicht mehr sichtbar ist der im September offenbar mit Kreide gezeichnete Umriss eines Menschen. Noch zu sehen sind allerdings mehrere rote Flecken, die Blut darstellen sollten. Im Zuge der Ermittlungen werde die Gemeinde prüfen, ob die Beseitigung der Schmierereien dem Beschuldigten in Rechnung gestellt werden können, sagte Bürgermeister Thorsten Vaupel.

Hintergrund: Mehrere Aktionen im Landkreis

Die Gruppe der „Identitären“ ist bereits seit 2013 bekannt. Vereinzelte Aktionen gab es auch im Schwalm-Eder-Kreis. So wurden im Frühjahr 2015 an fünf kreiseigenen Schulen Hunderte Aufkleber geklebt. Im Sommer 2015 tauchten die gleichen Symbole auch auf Straßenschildern im Schwalm-Eder-Kreis auf. Im Sommer und Herbst 2016 wurden in Frielendorf mehrfach viele Aufkleber geklebt und Sprühaktionen durchgeführt. Der Bauhof hatte massiv mit der Entfernung zu tun. Der Gipfel war eine Sprühaktion direkt am Rathauseingang in Frielendorf im Vorfeld des Straßenfests. Die Identitären sprechen sich gegen „Überfremdung, Massenzuwanderung und Islamisierung“ aus.

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