Exklusive Landpartie in Großropperhausen

Kunst auf dem Dorf: Skulpturenpark als Altersprojekt

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Exklusive Landpartie im Kunsthof Großropperhausen: Ernst Groß zeigt sein Werk Prints - Fingerabdrück in der Ausstellung.

Großropperhausen. „Exklusive Landpartie“ lautet das Motto des diesjährigen Atelierrundgangs im Kunst- und Werkhof von Kristina Fiand und Ernst Groß in Großropperhausen.

Wer daran teilnimmt, erlebt eine Fülle an Kunst - drinnen und draußen.

Ein Ort vieler Begegnungen - mit anderen Besuchern und mit Kunst. In der Scheune, den Ateliers, bei Kaffee und Kuchen in der Werkskantine genau so wie in dem neu angelegten Skulpturenpark im Garten, in dem nicht nur die riesengroßen „Strawberry Fields“ - Erdbeerfelder - neu zur Geltung kommen. „Der Skulpturenpark ist unser Altersprojekt, das wir jetzt beginnen“, verrät Kristina Fiand mit einem Schmunzeln.

Besucher begegnen beim Atelierrundgang den berühmten „Edekafrauen“ und den „Desperate Houswives“ („Verzweifelte Hausfrauen) von Kristina Fiand. Die gleichnamige amerikanische Fernsehserie als Vorlage, begegnen die Besucher hier überlebensgroßen Frauenfiguren - zugleich ausdrucksstark und mit einem Augenzwinkern aus Holz gesägt und gehauen - mit Deoroller unter der Achsel, Fön am wallenden Haar oder mimosenhaft mit Katze auf dem Arm.

„Prints“ hat Ernst Groß die riesengroßen Reliefs aus Pappelholz genannt, die Fingerabdrücke zeigen und zum Nachdenken anregen können, welche Fingerabdrücke wir auf der Erde hinterlassen. Mit der Reihe „Botanischer Garten“ hat Ernst Groß mit Ästen experimentiert ganz neue Bäume geschaffen - meterhohe Skultpuren aus Holz.

Hannah Fiand (28) und Leon Fiand (26) sorgen dafür, dass nicht nur Exponate aus Holz bei der Landpartie zu sehen sind. Die beiden Kinder des Künstlerpaares sind in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und stellten erstmals mit aus.

„Das macht uns auf der einen Seite stolz, auf der anderen Seite wissen wir auch, dass das Leben anstrengend sein kann“, so Kristina Fiand.

In der Tradition der Ikonenmalerei zeigt Hannah Fiand eine Reihe von beeindruckenden Maria-Bildern, die die Suche nach dem Sinn des Lebens verdeutlichen.

Lebendigkeit in Skulpturen zu bringen ist die Absicht von Leon Fiand, der als Bildhauer mit Beton, Pappmache’ und Latex arbeitet und mit Hilfe von Maschinen die Skulpturen in Bewegung versetzt. Dies löst bei den Besuchern einen teils gruseligen Überraschungseffekt aus - wenn etwa die auf dem Boden liegende Ganzkörperfigur aus Latex („Breath“) tatsächlich atmet und ihren Körper in Schwingungen versetzt.

An drei Wochenenden hintereinander haben sie „Exklusive Landpartie“ für Besucher geöffnet und geben auch individuelle Führungen durch die Ausstellung. „Es ist schön, wenn man mit den Leuten reden kann“, sagt Kristina Fiand.

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