Frielendorf und Bürgerforum Energieland Hessen luden zu Infomarkt.

Frielendorf: Waldverlust macht Sorge

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Nicht auf der freien Wiese, wie hier auf dem Knüllköpfchen, sondern im Wald sind Windräder auf dem Waltersberg bei Linsingen geplant. Bei einer Veranstaltung in Frielendorf wurde darüber informiert.

 „Weshalb sollen nun höhere Windkraftanlagen als im Umfeld gebaut werden?“, - diese und unzählige weitere Fragen stellten die rund 200 Besucher beim Infomarkt „Windenergie“ am Freitagabend im Hotel „Hassia“.

Auf Einladung der Gemeinde Frielendorf und in Kooperation mit dem Bürgerforum Energieland Hessen standen Experten und Beteiligte der Windenergieprojekte „Waltersberg“ und „Batzenberg“ Rede und Antwort. Sowohl die Projektentwickler Abicon und Enercon, Hessen Forst als auch Bürgerinitiativen, das Regierungspräsidium Kassel und das Bürgerforum Energieland Hessen hatten ihre Infostände postiert.

Waldverlust sorgte Bürger und Bürgerinnen

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde durch Sabine Säck-da Silva blieb Raum zum persönlichen Gespräch und für Einblicke in Karten- und Studienmaterial. Gerade der Waldverlust sorgte die Bürger und so war Hessen Forst eine gefragte Anlaufstelle. „Wir sind nur ausführendes Organ der Beschlüsse der Landesregierung“ sagte Justus Hillebrecht, der somit auch kein persönliches Statement zu den Vorhaben abgab, sondern lediglich die Verfahrensstrategien zu Naturschutzbetrachtungen, Wiederbewaldungsmaßnahmen und den allgemeinen Zielen der Landesregierung etwas sagte.

Informationsmarkt Windkraft in Frielendorf: Moderatorin Sabine Säck-daSilva sprach mit Gunther Dorn von einer der Bürgerinitiativen gegen Windkraft.

Hillbrecht entwarnt - 98 prozent des Waldes bleiben unangetastet

 „Der Wald wird nicht preisgegeben, sondern er soll auf zwei Prozent der Fläche umgebaut werden. 98 Prozent des Waldes bleiben unangetastet“, so Hillebrecht. Für Gunther Dorn von der Bürgerinitiative ist aber auch die Zweiprozent-Quote schon zu viel. „Ich liebe den Wald und somit bin ich gegen jegliche Opferung des Waldes“, so Dorn, der aus den geplanten Windenergie-Arealen Frielendorfs lieber ein Naturschutz- oder Naturerwartungsgebiet machen möchte.

Windkraft darf nicht in Natur eingreifen

 „Dort leben schützenswerte Milanpopulationen, verschiedenste Fledermausarten, ein Schwarzstorch und es gibt dort Moore und Hochmoore. Das darf nicht durch Windkraft zerstört werden“, so Dorn, der in den Windkraftanlagen eine „überdimensionale Rüttelplatte“ für den Wald sieht und daher auch die Wasseraufnahmefähigkeit des Waldbodens als gefährdet einstuft. 

„Rückbau, Renaturierung und Aufforstungsprojekte sind garantiert“, hielten die Experten der Landesenergie Agentur dagegen.

Fragen sollen auf Projektseite veröffentlicht werden

„Das Interesse ist groß. Nach dieser Veranstaltung werden wir unsere Standpunkte ganz sicher auch nach Wiesbaden tragen“, sagte Bürgermeister Thorsten Vaupel. Die auf dem Infomarkt zusammen getragenen Fragen sollen auf der Projektseite www.energieland.hessen.de/Frielendorf gemeinsam mit entsprechenden Antworten in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

von Regina Ziegler-Dörhöfer

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