Pandemieplan und Krisenstab

Gemeinde Frielendorf arbeitet im Krisenmodus

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Gesperrt: Wie überall in Deutschland sind auch in der Gemeinde Frielendorf die Spielplätze geschlossen.

Ein Pandemieplan hilft der Gemeinde Frielendorf bei der Bewältigung der Coronakrise. Die Kommune hat seit März einen Krisenstab.

Es ist immer gut, wenn man einen Plan hat – ganz besonders in Krisenzeiten. Im Kampf gegen das Coronavirus stützt sich die Gemeinde Frielendorf auf einen Pandemieplan. 

Als sich die Entwicklung langsam abzeichnete, habe man den Pandemieplan des Kreises auf die kommunale Ebene heruntergebrochen und entsprechend ergänzt, erklärt Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel und zeigt einen DIN-A4-Ordner mit der Aufschrift Corona-Virus: „Wir haben die Elemente übernommen, die für uns zutreffen. Vieles muss ja vor Ort individuell entschieden werden.“ Der Laden muss weiterlaufen, so das inoffizielle Motto des Verwaltungchefs: „Unsere Maschinerie lief am Donnerstag (12. März, Anmerkung der Red.) an.“

Pandemie ist Chefsache

Hört man dem Bürgermeister der Ohetalgemeinde aufmerksam zu, verdeutlich bereits die Wortwahl des Verwaltungschefs den Ernst der Situation. Der Verwaltungschef spricht vom Stab, Einberufung, Leben in der Lage – alles Begriffe aus dem Bereich der Gefahrenabwehr.

Vaupel machte die Krisenbewältigung zur Chefsache und rief bereits zwei Tage später den kommunalen Krisenstab ein. Neben Mitarbeitern der hauptamtlichen Verwaltung gehören in Frielendorf auch die ehrenamtlichen Gemeindebrandinspektoren zum Team. 

Nach der außerordentlichen Bürgermeisterdienstversammlung am 14. März schaltete Frielendorf in den Krisenmodus. In der ersten Sitzung des Stabes wurde die Schließung der Kindertagesstätten besprochen. Es sei dabei um ganz praktische Sachen gegangen, die in keiner Landesverordnung stehen, so Thorsten Vaupel. Wie werden die Eltern informiert, wie wird der Bedarf der Notbetreuung abgefragt, welcher Kindergarten bleibt geöffnet. Aufgrund der guten Vorbereitung sei man dann recht gut in die erste Woche gestartet, meint der Bürgermeister: „Wir hatten einen reibungslosen Start. Bei den Kitas vor Ort gab es überhaupt keine Probleme, alle Informationen waren geflossen.“

Wasser- und Abwasserversorgung ist systemrelevant

Man habe sich auch recht schnell Gedanken gemacht, welche Bereiche innerhalb der Gemeinde systemrelevant seien, sagt Thorsten Vaupel: „Wasser und Abwasser zum Beispiel – das ist ein sensibler Bereich. Die Mitarbeiter arbeiten nicht mehr zusammen und haben jetzt getrennte Büros.“

Pandemieplan Frielendorf. Bürgermeister Thorsten Vaupel.  

Der Bauhof bekam die Anweisung während der Arbeit auf Abstand zu achten, um Ansteckungen zu vermeiden. Die gemeinsame Frühstückspause in Gemeinschaftsraum wurde aus Infektionsschutzgründen gestrichen.

Da die Arbeit im Homeoffice für ein Rathaus nicht immer praktikabel ist, gelten auch in der Verwaltung Abstandsregeln. „Wir haben in den einzelnen Bereichen nach Möglichkeit die Hauptverantwortlichen von den Stellvertretern getrennt“, sagt der Bürgermeister und fügt zufrieden an: „Unsere Durchhaltefähigkeit ist gewährleistet. Das geht nur, wen man gute Mitarbeiter hat.“

Rathaus ist für Bürger offen

Trotz aller Schutzmaßnahmen wurde das Rathaus aber nicht zu Festung erklärt. Die Frielendorfer haben – wenn auch eingeschränkt – weiter Zugang zu den angebotenen Dienstleistungen. Das Leben gehe ja trotz allem weiter, sagt der Verwaltungschef: „Die Menschen brauchen beispielsweise ein Führungszeugnis oder müssen den Personalausweis verlängern.“ Auch Hochzeiten im kleinen Rahmen sind möglich. 

Kritisch sieht Thorsten Vaupel die Papierflut, die seit Beginn der Pandemie auf die Kommunen einprasselt. Es wäre hilfreich, wenn aus Wiesbaden nicht immer nur neue Verordnungen kommen würden, sondern gleichzeitig auch mal eine Vorlage oder ein Musteranschreiben, so Thorsten Vaupel: „Wie kann zum Beispiel ein Sperrschild für den Spielplatz aussehen – das wäre mal eine wirkliche Vereinfachung.“

Von Matthas Haaß

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