Wackelige Knie am Silbersee

HNA-Volontärin Kim Henneking hat den Yogasommer ausprobiert

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Die bekannte Yogapose: Am Anfang war es noch nicht so anstrengend. 

Heraufschauender Hund, Brett, Heuschrecke, hinabschauender Hund – diese Worte waren mir bereits vor meinem Besuch am Silbersee in Frielendorf ein Begriff. Doch Yoga ist nicht gleich Yoga.

Das ist die Lehre des heutigen Tages. In Manuela Fritschs Unterricht geht es sportlicher zu, als ich es von meinen bisherigen Kursen gewohnt bin. Und das bringt mich und über 100 andere Teilnehmer ziemlich ins Schwitzen.

Bei angenehmen 20 Grad haben wir uns unter einem bewölkten Himmel auf der Wiese vor dem Wellnessparadies in Frielendorf zusammengefunden: überwiegend Frauen, aber auch ein paar Senioren, Männer und Kinder, allesamt mit bunten Gymnastikmatten. Vom See her weht eine leichte Brise, die die Blätter der Bäume um uns herum zum Rascheln bringt. Die Blühwiese neben unserer Übungsfläche summt leise vor sich hin – was für ein Unterschied zum sterilen Gymnastikraum im Sportstudio, den ich sonst für Yogastunden besuche.

Und ich war vorgewarnt: Manuela Fritsch hatte angekündigt, dass es sportlich wird. So stehe ich hier – auf dem linken Bein, Oberkörper nach vorn gebeugt, linker Arm nach vorne und rechtes Bein nach hinten ausgestreckt – und merke, wie mein Fuß taub wird. Gleichgewicht? Kaum vorhanden. Vielleicht habe ich mich körperlich überschätzt. Nun, umso effektiver sollte das Training nachwirken.

In die Knie, Arme hoch und halten. Scheint so leicht, doch warum tun die Arme dann so weh? Das leise Fluchen und der ein oder andere ungewollte Purzelbaum neben mir geben mir aber das Gefühl wohl aufgehoben zu sein. Und das scheint mir das Besondere an dieser Gruppe. Hier stehen Kinder, die ihre Körper wie Gummi verbiegen können, neben Senioren, die sich erst dafür aufwärmen müssen. Und daneben unbewegliche, krumme Schreibtischarbeiter wie ich, die nicht von ihren durchtrainierten Mattennachbarn ausgelacht werden. Danke dafür!

Bunte Wiese: Zur Yogastunde von Manuela Fritsch kamen Sportler aller Altersklassen und Fitnesslevel. Die Stunde begann mit Atemübungen.

Auf den Boden, Arme strecken, Körper gerade und Arme beugen – auch wenn man es „Brett“ nennt, sind das jetzt aber Liegestütze... Die Übungen sind körperlich anstrengend, aber nicht so kompliziert wie in anderen Yogastunden, die oft aus einer Choreografie aneinandergereihter Posen bestehen.

Ich wackel und schwitze und mache Pausen, doch ich bleibe dabei. „Ihr macht das alle toll!“, sagt Manuela Fritsch und läuft durch die Reihen, um unsere Körperhaltung zu kontrollieren.

Meine Muskeln zittern und meine Körperspannung fällt in sich zusammen. Oh wie schön wäre jetzt die Meditation, die wir im Fitnessstudio immer machen, mit einer Decke auf dem Hallenboden bei Musik. Aber offensichtlich hat das keinen besonderen Effekt auf meine Fitness gehabt. Das Knistern des Grases unter meinen Füßen und das Vogelgezwitscher in den Bäumen holt mich aus meinen Gedanken – Yoga im Freien ist etwas besonderes. Wenn ich mich auf die Naturgeräusche konzentriere, ist das auch meditativ. Und mit mehr Übung kann ich die Posen bald sicher bis zum Ende durchhalten.

Termine: Der kostenlose HNA-Yogasommer findet dienstags und donnerstags von 18.30 bis 19.30 Uhr am Wellnessparadies am Silbersee in Frielendorf statt. Bei Regen fällt das Training aus.

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